Read Briefe in die chinesische Vergangenheit by Herbert Rosendorfer Online

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Ein Mandarin aus dem China des 10 Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines Zeit Reise Kompasses in die heutige Zeit Er landet in einer modernen Gropstadt, deren Namen in seinen Ohren wie Min chen klingt und die in Ba Yan liegt Verwirrt und wissbegierig strzt er sich in ein Abenteuer, von dem er nicht wei, wie es ausgehen wird In Briefen an seinen Freund im Reich der Mitte erzhlt er vom seltsamen Leben der Gronasen und versucht Beobachtungen und Vorgnge zu interpretieren, die ihm selbst zunchst unverstndlich sind....

Title : Briefe in die chinesische Vergangenheit
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ISBN : B009TJGNA4
ISBN13 : -
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : -
Number of Pages : 283 Pages
File Size : 867 KB
Status : Available For Download
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Briefe in die chinesische Vergangenheit Reviews

  • awo
    2018-11-05 13:14

    Als Herbert Rosendorfer (1934-2012) diesen 1983 erschienenen Roman geschrieben hat, gab es in der damaligen Bundesrepublik gerade eine ausgeprägte Umweltdiskussion. Das Waldsterben wird erwähnt. Rosendorfer konfrontiert die westliche Zivilisation mit dem fiktiven Blick eines altchinesischen Konfuzianers namens Kao-feng, den er mit dem „Zeitkompass“ eine Zeitreise unternehmen und um 1980 herum in Min-chen (München) ankommen lässt.Der Zeitreisende ist schockiert über den Lärm und den Schmutz, der in der Zukunft anscheinend herrscht, und wird sogleich in einen Verkehrsunfall verwickelt. Ein A-tao (= Auto) fährt ihn fast um. Was Kao-feng in Ba-Yan (Bayern) in 9 Monaten erlebt, beschreibt er in den 37 Briefen, aus denen der Roman besteht und die er an einen Freund richtet, seines Zeichens ebenfalls Mandarin, der jedoch im Reich der Mitte geblieben ist. Die am Kontaktpunkt hinterlegten Briefe beschreiben Kao-fengs Unverständnis der Art der „Großnasen“, stets von sich fortschreiten zu wollen, und sind somit eine Kritik am westlichen Fortschrittsglauben. Heute könnte man hinzufügen, dass davon wohl auch das moderne China geprägt ist.Mit einem Blick wie ein Ethnologe seziert der Briefeschreiber die moderne Gesellschaft der 80er Jahre. Er geht auf Sitten, Gebräuche, Religion, Essgewohnheiten, Geschlechterbeziehung, Musik, Literatur, Baukunst und Philosophie ein, fast fühlt man sich an ein Kompendium des Abiturwissens erinnert, nur aus der Sicht eines Fremden, der unwahrscheinlich schnell lernt. Er gewinnt einen Einheimischen zum Freund und lernt mit dessen Hilfe in 2 Monaten deutsch. In 9 Monaten hat er die wichtigsten literarischen Werke gelesen. Wäre er ein Migrant und kein Forschungsreisender, hätte er sich damit unglaublich schnell integriert. Nach der Lehre des Konfuzius soll man sich, wie es an einer Stelle heißt, „in der Fremde nach den dortigen Gegebenheiten richten“ (S.179).Diese interkulturelle Begegnung ist ein toller Einfall, der Rosendorfer, im Hauptberuf Jurist, trotzdem nicht dazu bringt, wie wild darauf los zu phantasieren. Sein Buch ist zwar Fiktion. Bevor er es verfasste, betrieb er aber ein intensives altchinesisches Quellenstudium und ließ sich von ausgewiesenen Experten beraten, wie er am Ende des Buches darlegt.Seine literarische Phantasie geht nur in der Beziehung mit ihm durch, dass er Kaofeng in der kurzen Zeit auch noch zwei Frauen kennenlernen lässt, die er „beschläft“, so dass er auch noch das Phänomen der Eifersucht studieren kann. Auch liebt er den „köstlichen, kühlen Mo-te Shang-dong“ (= Moët & Chandon Champagner) und die Da-wing-do-Brandopfer (= Zigaretten) und die Musik von Meistern wie We-to-feng (Beethoven).Rosendorfer versteht es, die Spannung dadurch zu halten, dass er den Leser darauf warten lässt, dass Kao-fengs deutscher Freund Shi-Shmi endlich die angekündigte Zeitreise mit dem Zeitkompass in die Zukunft unternimmt. Es entspricht Rosendorfers Naturell, dass er nicht ausmalt, was Shi-Shmi in der Zukunft gesehen hat. Rosendorfers Pessimismus findet in Kao-fengs nüchternem Resümee seinen Ausdruck: „Ich werde zurückkehren. Lange dauert es nicht mehr. Was bringe ich mit? Nicht viel, höchstens die Erkenntnis, dass es sich nicht lohnt, die Zukunft zu kennen.“ (S.205)35 Jahre nach dem Erscheinen des Buches liest man es heute, da sich der interkulturelle Austausch beschleunigt hat, mit einem erweiterten Blick. Ich bewerte es mit 4 Sternen.

  • A. Finger
    2018-10-18 17:36

    Ich weiss nicht wieviele Bücher ich in meinem Leben schon gelesen habe - dies ist jedenfalls eines der Besten von allen.Ein Mandarin aus einer weit entfernten Zeit, schreibt seinem Freund von seiner Zeitreise in das heutige München.Alleine seine Beobachtungen, Dinge die er nicht versteht, bringen mich einfach nur zum Staunen und lachen, lassen mich innehalten und immer wieder nachdenklich und belustigt zurück. So hat er keine Ahnung, warum wir rauchen und schreibt seinem Freund "Sie bringen ständig kleine Rauchopfer dar", und verbeugt sich vor jedem Plakat auf dem für Zigaretten geworben wird, weil er glaubt, dass dies wohl Gottheiten sein müssen, die wir vereehren- köstlich! Ein Klassiker der unbedingt gelesen werden und unbedingt auch verschenkt werden will!

  • ira.reich
    2018-11-06 16:35

    Ein super tolles Buch, wortwitzig und humorvoll.So viel Sprachwitz findet man sehr selten.Ein großes Lesevergnügen, bei dem ich oft lauthals lachen musste. Ich habe das Buch schon mehrfach verschenkt. Die Gedschichte selbst ist die des alten Chinesen, der unsere moderne Welt -manchmal naiv wie ein Kind- von außen betrachtet und oft auf die "Schippe" nimmt ist sicherlich nicht besonders spannend, aber wie Rosendorf hier mit Sprache den Leser in seinen Bann zieht finde ich sehr bemerkenswert. In den folgenden Werken ist ihm dies nicht so gelungen wie hier.

  • Charlotta1968
    2018-11-07 11:21

    eine wunderbare Geschichte, die uns moderne Menschen die Abstrusitäten, denen wir uns freiwillig unterwerfen, auf humorvolle Weise aufzeigt.....Ein Mandarin aus dem China des 10. Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines »Zeit-Reise-Kompasses« in die heutige Zeit. Er überspringt nicht nur tausend Jahre, sondern landet auch in einem völlig anderen Kulturkreis: in einer modernen Großstadt, deren Name in seinen Ohren wie Min-chen klingt und die in Ba Yan liegt.Verwirrt und wißbegierig stürzt sich Kao-tai in ein Abenteuer, von dem er nicht weiß, wie es ausgehen wird. In Briefen an seinen Freund im Reich der Mitte schildert er seine Erlebnisse und Eindrücke, erzählt vom seltsamen Leben der »Großnasen«, von ihren kulturellen und technischen Errungenschaften und versucht Beobachtungen und Vorgänge zu interpretieren, die ihm selbst zunächst unverständlich sind.

  • L.H.M.W.
    2018-10-31 16:26

    .....an den doch sehr ungewöhnlichen Schreibstil des Protagonisten Kao-tai, ein hochintelligentes, äußerst amüsantes Buch. Allein die Idee, einen chinesischen Gelehrten des Altertums mittels Zeitmaschine in das München - Min-Chen - etwa der 1980er Jahre reisen zu lassen, ist genial. Das Buch sprüht von guten Einfällen, die oft auch reichlich absurd wirken. Trotzdem wird das Buch niemals banal, ganz im Gegenteil, hält es oftmals einen Spiegel vor Augen und zeigt, wie seltsam unser "normales" Verhalten möglicherweise auf Menschen aus anderen Kulturen wirken kann. Ein durchaus empfehlenswertes Buch des bekannten Autors, das sehr viel Spaß macht, ohne seicht zu sein.

  • Harry S
    2018-11-10 09:28

    Von dem Buch habe ich einige Exemplare zum Verschenken bestellt. Wir haben es vor gut 20 Jahren in einem unserer ersten gemeinsamen Urlaube gelesen und uns köstlich amüsiert, Tränen gelacht, es gab Erdbeben am Strand. Die Story ist ebenso phantastisch wie unglaubwürdig und doch hintergründig und scharf beobachtet. Viele Ausdrücke haben sich bei uns bis heute im alltäglichen Vokabular gehalten, zum Glück haben wir in München nicht wirklich oft Scheiweta. Auf den Autor stoßen wir gerne an mit einem Glas Mo shan dong. Für Münchner ein absolutes Muss!