Read Muße und Kult: Mit einer Einführung von Kardinal Karl Lehmann by Josef Pieper Online

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Zentrum unserer Kultur muss die Mue sein, nicht die ArbeitEin schmales, aber ein tiefes Buch eindrucksvoll, ja erschreckend New York Times Hier ist mit psychologischen und philosophischen Kategorien und der Sprachkraft eines groen Schriftstellers endlich die lange fllige Polemik gegen den modernen Gtzen der Arbeit geschrieben Joachim Gnther Eines der wichtigsten und erfolgreichsten Bcher Josef Piepers Vorwort von Kardinal Lehmann 10 Todestag des groen Philosophen am 6.11.2007...

Title : Muße und Kult: Mit einer Einführung von Kardinal Karl Lehmann
Author :
Rating :
ISBN : B004P1JDI0
ISBN13 : -
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : K sel Verlag 10 Mai 2010
Number of Pages : 578 Pages
File Size : 561 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Muße und Kult: Mit einer Einführung von Kardinal Karl Lehmann Reviews

  • Hubert Milz
    2019-02-24 08:45

    SchöpferischDer Volksmund kennt das Sprichwort: "Müßiggang ist aller Laster Anfang"; der gleiche sprichwörtliche Volksmund sagt jedoch auch: "In der Ruhe liegt die Kraft".Dass jenes erstgenannte Sprichwort nicht die Muße meinen kann, sondern nur die Faulheit, dies fächerte der Philosoph Josef Pieper in diesem - zwar schmalen, aber ungeheuer tiefschürfenden - Büchlein in eindrucksvoller Weise auf.Josef Pieper legte dar, "eines der Fundamente der abendländischen Kultur ist die Muße" - und dabei geht es nicht um das Faulenzen, sondern um alte Weisheiten; denn "sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebenten Tage, da sollst du keine Arbeit tun."Muße ist eben nicht bloßes Nichtstun, sondern es geht darum, ob und wie der Mensch mit sich selbst etwas anfangen kann, dass der Mensch in sich Ruhe findet - "Muße ist ein Zustand der Seele!". Muße heißt auf lateinisch "schola" und auf alt-griechisch "scholḗ" - unser deutsches Wort Schule leitet sich von "schola bzw. scholḗ" ab; Schule steht also ursprünglich für "die freie Zeit, für die Ruhe", in welcher der "spielende Mensch" seine schöpferische Kraft entwickelt.Bezüglich der abendländischen Weisheitstradition, also der Philosophie der alten Griechen in Verbindung mit den Lehren von Thomas von Aquin, auf welche Josef Pieper sich bezieht, kann das eingangs genannte Sprichwort umformuliert werden in "Müßiggang ist aller Freuden Anfang" (Verena Begemann); denn in der Freiheit von der Arbeit war es möglich über das gute Leben nachzudenken - oder in Josef Piepers Worten: "Wahre Kultur gedeiht nicht, sei es denn auf dem Boden der Muße". Ergo gilt, aus der Muße erwachsen Kultur und Kult; und der Kult ist innig mit dem Fest verbunden, beide sind ineinander verwoben. Das echte Fest wurzelt im Kultus und erst bei einem echten Fest ist Entspannung in der Nicht-Tätigkeit - also Muße - möglich; und in Muße und Kult ruht eben auch die sinnhafte Tätigkeit: Die Entspanntheit der Muße trägt ihre Früchte in der angespannten Tätigkeit der sinnhaften Arbeit und äußert sich in lebensbejahender Gelassenheit.Was folgt daraus?Mit Sicht auf die heutige Zeit können unter Bezugnahme auf die alte abendländische Weisheitstradition mancherlei kritische Anmerkungen vorgebracht werden.Hektische Geschäftigkeit während der Freizeit und innere Rastlosigkeit durch nervöses Freizeit-Management sind das Gegenteil der Muße, zweckgebundene Feste sind keine Feste im Sinne der Muße. Alles dies subsumiert die alte abendländische Weisheitstradition unter "Trägheit"; auch die Rastlosigkeit und hektische Geschäftstätigkeit während der Arbeitszeit - also auch die sog. Arbeitssucht des Workaholics - ist in diesem Sinne nur als "Trägheit" zu sehen.Heutzutage fehlt weitgehend die Muße, es herrscht in der Arbeits- und Freizeitwelt ein Denken vor, welches als vulgärer, grob-materieller Utilitarismus, der nur auf "materiellem, technischem Nützlichkeitsdenken" basiert, bezeichnet werden kann.Wie Josef Pieper 1974 in einem Vortrag richtig sagte, ist eine solche Denkungsart nur als "liberalistische Illusion" zu zeichnen, aus welcher keinesfalls irgendetwas "Gutes" und "Schönes" erwachsen kann - das "gute Leben" wird daraus nicht resultieren.Hier ist der "katholische Philosoph" Josef Pieper einig mit Friedrich August von Hayek, dem Theoretiker der "liberalen Wiener Schule der Nationalökonomie". Friedrich August von Hayek bezeichnete einen solchen Utilitarismus als "konstruktivistischen Irrtum", der umgesetzt in die Praxis unmöglich die spontanen Regeln, die für eine gute und lebenswerte Gesellschaft zwingend notwendig sind, wachsen und gedeihen lässt.

  • None
    2019-02-23 12:10

    Diese schmale Buch ist im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt, und interessierte Leser stossen oftmals nur darauf, weil Sie ein weiteres Buch vom Autor des 'Viergespanns' oder der 'Scholastik' lesen wollen. Tatsaechlich ist dieses Buch Pflichtlektuere fuer die Philospophiestudenten in den USA, wo es den Ruhm d es Autors noch heute begruendet. 'Musse und Kult' ist eine in der Aufbauzeit nach dem 2.Weltkrieg formulierte Antwort auf die in der Zwischenkriegszeit entwickelten Menschenbilder des technisierten Menschen. Pieper entwirft ein Gegenbild, in welchem der Mensch sich nicht durch kulturelle, technische oder aestethische Leistungen definiert, sondern durch die Faehigkeit des Innehaltens und Selbstbetrachtung. Man muss dem Autor nicht folgen, wenn er im christlichen Ritus und Kult die letzte konsequenet Entwicklung des hoechsten, echt entwickelten Menschen sehen will, aber die ausgesprochene Wahrheit, dass sich die kulturelle Qualitaet von Gesellschaften an der vita contemplative ihrer Mitglieder und nicht an der vita activa bemisst, ist nie weniger aktuell geworden.Dieses Buch ist kein Titel wie 'Seneca fuer Manager', welcher zu Recht in den Firmenbibliotheken ungelesen verstaubt. Er verspricht dem gestressten Aktivmenschen keine kurzfristige Linderung, aber es zeigt den Wert der Musse und der Freizeit. In der amerikanischen Uebersetzung ist auch deutlicher von 'leisure' die Rede, wobei aber das moderne Phaenomen des Freizeitstresses noch nicht problematisiert werden konnte. Lasst uns also reinen Gewissens die Fuesse auf den Schreibtisch legen und uns ueber den Sinn des Muessiggangs philosophieren!

  • P. Moschner
    2019-03-25 14:45

    Mir ist es zu kopfgesteuert und intellektuell.Vielleicht liegt es daran, dass er vor unserer Zeit gelebt hat.Ich habe es immer wieder angefangen und weggelegt. Josef Pieper scheint berühmt undangesehen zu sein, die Beschreibungen über ihn haben mein Interesse geweckt.Aber mir liegt er gar nicht.