Read Von Golgatha nach Auschwitz: Die Mitverantwortung des Christentums für den Holocaust by Reinhold Schlotz Online

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Das Buch gibt einen kompakten berblick ber die christliche Judenfeindschaft und ihre dramatischen Folgen f r die j dische Bev lkerung Es zeigt, dass der Judenhass schon im Neuen Testament angelegt ist und durch die ersten heiligen Kirchenv ter in den christlichen Gesellschaften so gefestigt wird, dass er sich in den folgenden Jahrhunderten bis in die Zeit des Nationalsozialismus und dar ber hinaus immer wieder Bahn bricht Thematisiert wird auch die Verstrickung beider Gro kirchen mit dem nationalsozialistischen Regime, einschlie lich der Rechtfertigungsgrundlage Martin Luthers f r die Judenverfolgung im Dritten Reich Die Quintessenz des Buches ist die Erkenntnis, dass die christliche Judenfeindschaft zwar keine hinreichende, aber sehr wohl eine notwendige Voraussetzung f r die Katastrophe des Holocaust war....

Title : Von Golgatha nach Auschwitz: Die Mitverantwortung des Christentums für den Holocaust
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ISBN : 9783865692429
ISBN13 : 978-3865692429
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Alibri Auflage 1 1 Oktober 2016
Number of Pages : 120 Seiten
File Size : 777 KB
Status : Available For Download
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Von Golgatha nach Auschwitz: Die Mitverantwortung des Christentums für den Holocaust Reviews

  • Hans-Georg Seidel
    2019-01-02 20:00

    Eine Chronologie über 2000 Jahre Täter und Schreibtischtäter aus der gläubigen Mentalebene des Christentums, ihrer führenden Vertreter, katholischer und evangelischer Prägung. Faktisch präsentiert auf das Thema eingegrenzt ausgerichtet.Der oft gehörte Vorwurf von Kirchenvertretern, es handele sich bei solchen Veröffentlichungen um sogenannte "Kirchenhasser" ist sehr oft reine Schutzbehauptung. Die Brutalität mit der Juden verfolgt wurden, ist Zeichen genug für eine Anklage. Dabei wird niemand die auch positiven Leistungen im Umfeld von Kirche und Religion negieren.Der Autor belegt den Judenhass bereits in den Bibelzeugnissen zentriert, von Paulus weitergetragen und potenziert.Der Titel des Buches mag etwas reisserisch anmuten, aber faktisch ist er durchaus seriös belegbar.Der Autor vertritt die These, der amtskirchliche Judenhass würde nicht zwingend zum Holocaust geführt haben, aber er wäre die notwendige Voraussetzung dafür gewesen.Insgesamt ein faktisch sachlich zentriertes Buch, sehr lesenswert.Mein persönliches Resümee:Es ist Fakt, das amtskirchliches Christentum oft nach dem Motto verfuhr, "willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein."Das Problem liegt strukturell in dem Anspruch auf alleinige Wahrheit, der zwangsläufig zu Konflikten führen muß, wenn dieser Anspruch bei allen durchgesetzt werden soll.Hinzu kommt der aus meiner Sicht oftmals eher psychopathologisch autoritäre Charakter vieler Würdenträger der Kirche. Eine Religion, die repressiven Charakter hat, wird entsprechende Zentralfiguren hervorbringen. Hierzu Adorno - Der autoritäre Charakter.In Formen von "Gottesstaaten" wird der Terror der Tugend praktiziert. Geschichtliches Faktum.Auch wenn sich heute Kirchenverteter von diesen Exzessen distanzieren, wird deutlich, dass zum Beispiel das Lutherjahr 2017 wieder dazu genutzt wurde, das Image des Reformators unkritisch aufzupolieren. Er war mit der schlimmste antijüdische Agitator der Geschichte.

  • Roland Weber
    2018-12-28 22:40

    Ich finde es unheimlich wichtig, dass der Zusammenhang zwischen den biblischen Texten und dem kirchlichen Christentum nicht in Vergessenheit gerät. Im Unterschied zu den Kirchen haben die Menschen leider ein fatal kurzes Gedächtnis. Wie kann man sich erklären, dass schon kurz nach dem 2. Weltkrieg die Parteinahme der Kirchen für ein Reich Adolf Hitlers samt des Völkermordes in Vergessenheit geraten konnte? Wohl nur, weil keiner mehr überhaupt an den Krieg und seine Begleiterscheinungen erinnert werden wollte. In den oberen Etagen der kirchlichen Hierarchie gab es keinerlei Widerstand gegen die Nazi-Herrschaft und die Judenverfolgung, wie dies später verlogen behauptet wurde. Es gibt genug Dokumente, die beweisen, dass seitens der Kirchen nicht eine Zurückhaltung gegenüber den Nazis festzustellen gewesen wäre, sondern dass im Gegenteil eine ausgesprochene Befürwortung dieses Regimes die Regel war.Leider kommen für mich die neutestamentlichen Ursprünge viel zu kurz. Was Schlotz durchaus richtig erkennt, ist der Übergang von einem Anti-Judaismus zu einem Anti-Semitismus. Und das ist ein ganz wesentlicher Aspekt, der das ethische Versagen der Kirche aufzeigt. Wer das NT liest, wird feststellen, dass dort ein strikter Anti-Judaismus verfolgt wurde, aber gerade nicht ein Anti-Semitismus. Die Römer bekämpften die Juden nicht als Rasse, sondern als aufrührerische Messias-Gläubige. Der schlagendeste Beweis für diese Aussage ist, dass unter Vespasian nach dem Sieg über die Juden statt einer bislang von Juden gezahlten Tempelsteuer mit der Zerstörung des Tempels für die römische Staatskasse eine Judensteuer eingeführt wurde. Das Überraschende aber: Jeder Jude, der zum Christentum übertrat, war kein Jude mehr und deshalb auch sofort von dieser Steuer befreit! Aber diese Zusammenhänge kann man nicht in wenigen Worten darstellen – auch nicht in einem Buch „Von Golgatha nach Auschwitz“.Leider fehlt ein Hinweis, dass es eben die kirchliche Ideologie war, dass Juden einen „Gottes-Sohn“ umgebracht hätten. Solange Christen dies glauben, und gar über Jahrhunderte eine Verfolgung und Vernichtung als eine angemessene Reaktion ansahen, wird man diesen Wahnvorstellungen kaum beikommen. Welchem Amerikaner lastet man den Völkermord an den Indianern an, welchem Türken den an Armeniern, welchem Deutschen den schlimmsten an den Juden? Ein vollkommen krankes Denken wurde gerade durch die Kirchen und Prediger immer wieder neu entfacht.Der reine Anti-Semitismus ist deshalb eine kirchliche Erfindung, weil man einen Sündenbock für alle Unwetter, Missernten, Seuchen etc. brauchte. Man wollte sich nicht mit der gewaltsam erzwungenen Taufe der Juden abgeben (also ganz anders als die Römer!), sondern stellte deshalb neben die religiösen Differenzen eine rassistische. Damit waren die Weichen für den späteren Holocaust gestellt. Auch wenn man der Kirche diesen Völkermord nicht direkt anlasten kann, so sollte man eben auch nicht vergessen, dass über Jahrhunderte zigtausende Juden Opfer des Judenhasses geworden sind. Gerade Luther macht in aller Form deutlich, wer die geistigen Vorbereiter waren. Kein Wunder, dass sich die Nationalsozialisten auch durch Luther in ihrem mörderischen Judenhass legitimiert sahen. Und wer heutzutage von einer „christlich-jüdischen Kultur“ spricht, macht sich deshalb der perfidesten Geschichtsklitterung schuldig. Mörder und Mordopfer bilden keine Tatgemeinschaft!Der Schwerpunkt dieses Buches liegt eindeutig auf der Darlegung der Zusammenhänge zwischen Nationalsozialismus und dem Klerikalismus. Dabei stellt Schlotz vor allem die maßgeblichen Täter und Verantwortlichen und ihre Rollen in der Geschichte des Antisemitismus dar. Dieses Buch verschafft dem Leser einen kappen, aber aussagekräftigen Überblick. Jeder Humanist sollte es lesen – und erst recht jeder Kirchenchrist.

  • Moshe N.
    2018-12-28 18:41

    Habe dieses Buch gekauft, um mich mit dem Thema Kirche und Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.Für den Einstieg in dieses Thema bietet das Büchlein den perfekten Überblick zur Geschichte des Antisemitismus der vorerst katholischen, später auch der evangelischen Kirche. Als allumfassendes Werk kann es nicht angesehen werden, aber wer einen "ersten Einblick" in dieses äußerst komplexe Thema erhalten möchte, ist mit diesem Buch richtig!

  • Dr. Horst Binnenbruck
    2018-12-20 21:49

    Die Ursprünge des Antisemitismus bzw Antijudaismus liegen im "Christentum" begründet, das unendliche Leid, das den Juden durch angebliche Christen zugefügt wurde widerspricht der postulierten Nächstenliebe und den zehn Geboten. Das hat man uns in der Nachkriegzeit nicht erzählt, Hitler war danach einfach ein Verbrecher und an allem Schuld, richtig ist vielmehr, dass Hitler bis zu seinem Selbstmord ein Katholik war, der nie exkommuniziert wurde.Dieses Buch zeigt eindrucksvoll die unheilvollen Zusammenhänge auf, von Golgatha bis Auschwitz, man hätte noch den verbrecherischen US-Vietnamkrieg erwähnen sollen, in dem zahlreiche unmenschliche Verbrechen der " Krieger Gottes" ( Bezeichnung des damaligen Militärerzbischof Kardinal Spellman ) verübt wurden.2000 Jahre christlicher Judenhass führten letztendlich in die KZ- Krematorien.