Read Krankheit: Krieg: Psychiatrische Deutungen des Ersten Weltkrieges (Zeit der Weltkriege) by Maria Hermes Online

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Im Ersten Weltkrieg erkrankten beim Feld und Besatzungsheer ber 600.000 Menschen an sogenannten Krankheiten des Nervengebiets Maria Hermes untersucht in ihrem Buch die Frage, welche Deutungen des Krieges in den rztlichen Untersuchungsergebnissen psychischer Erkrankungen zum Ausdruck kommen Welcher Einfluss wurde dem Krieg auf die Ursachen seelischer Krankheit der Menschen zugesprochen und welche rztlichen Auffassungen ber seelische Gesundheit im Krieg u ern sich auf diese Weise Welche Zusammenh nge wurden zwischen Kriegsverlauf und psychischen Krankheiten hergestellt Wie deuteten die rzte seelische Gesundheit im Krieg Diese psychiatrischen Deutungen des Ersten Weltkrieges stehen im Mittelpunkt des Buches Mit ihren Krankheitsauffassungen nahmen Psychiater nicht nur eine individuelle Einordnung der Krankheitserscheinungen einzelner Patienten vor Sie positionierten sich zugleich auch innerhalb der Debatte, wie der Krieg zu deuten sei Die qualitative und quantitative Analyse der Krankenakten soldatischer sowie ziviler m nnlicher und weiblicher Patienten zeigt die Verkn pfungen von Medizin und Milit r in einem urspr nglich zivilen Krankenhaus dem St J rgen Asyl bei Bremen zwischen 1914 und 1918 Der psychiatrische Umgang von Soldaten wir in diesem Buch erstmalig mit dem von zivilen Patienten auch weiblichen verglichen Diesen Vergleich nicht zu ber cksichtigen ist ein Manko bisheriger Psychiatriegeschichtsforschung....

Title : Krankheit: Krieg: Psychiatrische Deutungen des Ersten Weltkrieges (Zeit der Weltkriege)
Author :
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ISBN : 3837507521
ISBN13 : 978-3837507522
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Klartext Verlagsges Auflage 1 15 August 2012
Number of Pages : 532 Seiten
File Size : 596 KB
Status : Available For Download
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Krankheit: Krieg: Psychiatrische Deutungen des Ersten Weltkrieges (Zeit der Weltkriege) Reviews

  • Christoph Müller
    2019-03-27 13:46

    Einen Krieg als Krankheit zu bezeichnen, erscheint auf den ersten Blick als wagemutig. Mit dem Buch „Krankheit: Krieg – Psychiatrische Deutungen des Ersten Weltkriegs“ zeigt die Historikerin Maria Hermes auf, dass es seine Berechtigung hat. Sie schaut auf die Entwicklungen und Prozesse der damaligen Zeit, vor allem aber auch auf die Eigenheiten der Zeit vor und während des ersten Weltkriegs. Es scheint eine Epoche, die viele Jahre in der historischen Aufarbeitung eher vernachlässigt worden zu sein scheint. Dass sich der Beginn des ersten Weltkriegs zum 100sten Male jährt, öffnet auch jener Zeit die Pforten.Dies erscheint gut so. Denn es scheint eine Zeit gewesen zu sein, in der ein gewisser Aufbruch spürbar gewesen ist. So thematisiert Maria Hermes „das Geschlecht des Krieges“, spricht in diesem Zusammenhang „die seelische Gesundheit von Frauen im Krieg“ sowie „Militarismus und Männlichkeitsentwürfe“ an. In der Erwartung von Stahlgewittern erlebt der Leser die ein oder andere Überraschung. Denn wer erwartet, dass die Hysterie im Zusammenhang mit der Desertion im Militär diskutiert wird – und dies noch mit einem starken männlichen Akzent.Trotzdem kommt Maria Hermes in der Studie „Krankheit: Krieg“ zu einer erwarteten Schlussfolgerung diesbezüglich: „Das im St. Jürgen Asyl zugrundegelegte Verständnis seelischer Gesundheit im Krieg orientierte sich bei weiblichen und männlichen Patienten an traditionellen Geschlechterrollenbildern …“ (357)Das St. Jürgen Asyl ist die Matrix, an der Hermes exemplarisch die Themen der Psychiatrie zu jener Zeit abzuarbeiten versucht. Gründlich arbeitet sie, differenziert ständig die zu diskutierenden Fragestellungen. So wird deutlich, dass manche Themen der Gegenwart keine neuen Inhalte sind. Im Kontext der „Adaption sozialdarwinistischer Erklärungsansätze im St. Jürgen – Asyl“ unterstreicht Maria Hermes beispielsweise: „Der Krieg wurde als unabänderliches Ereignis wahrgenommen, auf das im Rahmen der vorhandenen, als ausschließlich medizinisch definierten Möglichkeiten lediglich reagiert werden musste … Doch nicht nur die Extremsituation des Krieges in der Heimat, auch die Bedingungen des industrialisierten Krieges an der Front wurden zur Normalsituation umdefiniert.“ (155)So lernt der an der Geschichte interessierte Leser, dass es in der damaligen Zeit die „Simulation als Rentenvermeidungsstrategie“ gegeben hat. Man bekommt mit, dass in der damaligen Zeit viel über den Hysterie-Begriff gestritten wurde – praktisch wie theoretisch. Die Unruhe als solche stand im Mittelpunkt mancher fachlicher Diskussionen.Die Studie „Krankheit: Krieg“ schaut die psychiatrischen Deutungen des Ersten Weltkriegs stark aus der institutionellen und medizinischen Sicht an. Die subjektive Sicht der betroffenen Menschen gilt es in der historischen Aufarbeitung auch mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Es erscheint auch als Defizit, dass die pflegerische Sicht vernachlässigt wird. Es gibt noch etwas nachzuholen.