Read Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft? (Band 1 und 2) by Marek B. Majorek Online

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Rudolf Steiners Geisteswissenschaft wird oft als unwissenschaftlich und nebul s, als esoterischer Humbug abqualifiziert Marek B Majorek zeigt, dass dieser Beurteilung einerseits ein enges und eingeschr nktes Bild des Wissenschaftlichen, andererseits ein mangelhaftes Verst ndnis der Kerneigenschaften von Steiners Geisteswissenschaft, insbesondere ihrer Forschungsmethoden zugrunde liegt Dar ber hinaus wird gezeigt, welche Bedeutung die geisteswissenschaftlichen Forschungsergebnisse Rudolf Steiners mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart haben....

Title : Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft? (Band 1 und 2)
Author :
Rating :
ISBN : 9783772085635
ISBN13 : 978-3772085635
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Narr Francke Attempto Auflage 1 7 Oktober 2015
Number of Pages : 381 Pages
File Size : 984 KB
Status : Available For Download
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Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft? (Band 1 und 2) Reviews

  • A. Gutend
    2018-11-16 09:50

    Im Grunde kann ich mich hier nur der Rezension von "lau" anschließen. Wenn über die Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie und ihrer Methoden ernsthaft gesprochen werden will, muss man sich derselben erst einmal sachlich und unvoreingenommen widmen und sich vorallendingen mit ihrem philosophischen Kern, ihren Grundfragen auseinandersetzen. Oberflächlichkeit und weltanschauliche Voreingenommenheit, wie es scheinbare "Kenner" wie Helmut Zander vorleben, ist da Fehl am Platze.Majoreks Großtat kommt in 2 Bänden im Hardcover zum Leser. Die Qualität der Fertigung vom Narr Francke Attempto Verlag ist einwandfrei, auch ist jeweils ein Leseband vorhanden. Dies sei aber nur für die Liebhaber gesagt.Majorek arbeitet sich in seiner kolossalen Abhandlung hin zu den Fragen zur anthroposophischen Geisteswissenschaft, indem er zuallererst einen Überblick gibt über die Geschichte der Wissenschaft und ihrer Entwicklung, um sich anschließend mit dem logischen Empirismus zu befassen. Dabei geht er auf 3 Hauptabhandlungen der Philosophiegeschichte ein (Moritz Schlick, Rudolf Carnap und Ludwig Wittgenstein), deren Grundannahmen und Fehlinterpretationen er in bester Methodik aufzuzeigen weiß. Anfangs - im Kapitel über Schlick - wirkte die komplexe Auseinandersetzung mit dessen Abhandlung noch etwas langatmig auf mich, erst mit Fortschreiten seiner Ausführungen wurde mir klar, wie essentiell diese Ausführlichkeit doch ist. Denn es wird klar, dass jeder Mensch, der sich mit Wissenschaft befasst, sei es beruflich oder privat, sich zuerst damit befassen muss, was eigentlich sein Verständnis von Wissenschaft ist und auf welchem Weltbild das Verständnis von Wissenschaft beruht, welches ein beliebiger Forscher an den Menschen bringen möchte.Majorek befasst sich mit Problemen der konventionellen Naturwissenschaften, mit allerhand offenen Fragen des bestehenden Wissenschaftsparadigmas, die sich durch ebendieses nicht beantworten lassen, mit der Quantenmechanik, Fragen wie jener nach der Gewichtung und dem Mangel an Reproduzierbarkeit, unterdrückten Daten usf., um sich anschließend jenen Fragestellungen zu widmen, was Wissenschaft überhaupt ist und was wir eigentlich alles n i c h t wissen. Er stellt die Leitfrage: Welche Probleme sind innerhalb des herrschenden Paradigmas wirklich unlösbar und müssen daher als echte Anomalien gelten und welche können möglicherweise gelöst werden?In einem "kleinen" Exkurs am Ende des vierten Kapitels (4f) liefert sich Majorek eine fundierte und detailreiche Auseinandersetzung mit drei Grundfragen der gegenwärtigen Wissenschaftswelt: 1. Kann das Gehirn den Geist hervorbringen? 2. Können Gene die Entstehung von Formen erklären? 3. Können Proteine tatsächlich die Leistungen erbringen, die ihnen heute zugeschrieben werden? Bei all diesen Fragen, die Majorek treffend und ausgiebig behandelt, kommt er zu dem Ergebnis, selbige mit Nein zu beantworten.Gelungen ist auch seine nachfolgende Abgrenzung der Wissenschaft von den sogenannten Pseudowissenschaften. Denn, will man über die Frage der Wissenschaftlichkeit Anthroposophie urteilen, muss man charakterisieren, was man eigentlich unter dem Begriff "Wissenschaft" versteht. Dass Autoren wie der oben genannte Helmut Zander sich vor allem dadurch auszeichnen, einen sehr unklaren Begriff vom Begriff "Wissenschaft" zu hegen, sei nur einmal als Symptom mancher Forscher der heutigen Zeit genannt. Auf diesen und weitere akademische Blickwinkel zur Anthroposophie geht der Autor ausführlich und gewissenhaft ein. Anschließend wendet sich Majorek der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners zu.Letztlich kann dieses grandiose Werk jedem ans Herz gelegt werden, der sich aufrichtig mit der Anthroposophie und der Frage nach ihrer Wissenschaftlichkeit und Zeitgemäßheit auseinandersetzen will. Gerade für akademisch gebildete Leser ist diese Enzyklopädie an Wissen ein wahrer Schatz, um sich mit Offenheit und Sicherheit einer Geistesrichtung zu nähern, die sonst oft mystifiziert wird oder durch all zu schwärmerische Aussagen einen Schleier der Unseriösität erhält, welcher ihr nicht angemessen ist. Zudem zwingt diese Abhandlung jeden Wissenschaftler (und auch die vermeintlichen Wissenschaftler, damit meine ich eher voreingenommene Anthroposophie-Kritiker), sich mit der eigenen Grundlage, der eigenen Weltanschauung und der entscheidenden Frage, "Was sehe ich als Wissenschaftlichkeit an und ist meine Vorstellung davon überhaupt noch haltbar?" auseinanderzusetzen, bevor man sich erlauben kann, über Steiners Anthroposophie wertend oder urteilend zu sprechen.Dieses Werk wirklich zu rezensieren würde meines Erachtens nach den Rahmen hier sprengen, weshalb es bei dieser Kurzrezension bleiben soll. Herrn Majorek bleibt nur ein aufrichtiges Dankeschön für dieses Lebenswerk und diesen Dienst an der Wissenschaft, diesen Dienst an der Anthroposophie auszusprechen.Einziger Wehrmutstropfen sind zwei Dinge. Zum einen die, wie ich finde, mangelhafte Arbeit der Korrektoren oder Lektoren, die doch vielerlei kleine oder mittelschwere Fehler in Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Grammatik im Werk nicht entdeckt haben, was auf zumindest zum Teil unkonzentrierte Arbeit hinweist. Dies ist nicht Herrn Majorek anzulasten, der die deutsche Sprache nur als dritte Sprache lernte, sondern den Personen, die dieses Werk korrekturgelesen haben. Der zweite kleine Wehrmutstropfen ist leider ist der Preis. Dieser ist für diese Abhandlung sehr hoch, was nicht jedem interessierten Leser erlauben wird, dieses Werk zu erwerben, wenn gleich der Wert dieser Arbeit mit dem Preis freilich nicht gedeckt werden kann. Doch wenigstens die E-Book Ausgabe hätte meinem Erachten nach günstiger ausfallen können.

  • lau
    2018-10-27 09:04

    Ein grandioses Werk von geradezu enzyklopädischen Ausmaßen, das für Jahrzehnte den Stil der Diskussionen bestimmen wird, in dem über die Frage der Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie gesprochen werden dürfte. Ein Werk, das man unmöglich ignorieren kann, da es auf der Höhe der wissenschaftstheoretischen und -geschichtlichen Forschung steht und aus dieser Forschung die Argumente schöpft, die zweierlei verdeutlichen: die grundlegenden epistemologischen Defizite der heute praktizierten Wissenschaftsformen und die ebenso grundlegende Überlegenheit der Anthroposophie als Wissenschaft gegenüber diesen Formen. Und dies gilt nicht nur für die akademischen Geisteswissenschaften, sondern auch für die Naturwissenschaften.Der Autor führt den Leser nicht nur durch die Wissenschaftsgeschichte, sondern auch durch die Geschichte der Theorie der Wissenschaften, insbesondere im 20. Jahrhundert, und zeichnet in kristallener Schärfe die Aporien nach, in die diese Theorie aufgrund ihrer mangelhaften reflexiven Voraussetzungen geraten ist. Dabei stützt er sich auf die umfangreiche Literatur dieser Disziplinen (wovon allein schon das 50-seitige Literaturverzeichnis zeugt) und entwickelt seine Kritik in enger Anlehnung an Autoren, die diese Diskussion selbst maßgeblich bestimmt haben, spart aber auch ihnen gegenüber nicht mit kritischen Rückfragen.