Read Wahre Schönheit kommt von außen by Helene Karmasin Online

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Mit kaum einer Sache besch ftigt sich die heutige Gesellschaft so intensiv wie mit dem eigenen K rper, wir sind geradezu besessen von der Idee des perfekten u eren Ausdruck f r individuelle Disziplin und Leistungsf higkeit Daf r schwitzen und leiden wir, daf r ist uns fast nichts zu gut und zu teuer Aber woher kommen eigentlich unsere K rperideale und wann sind sie entstanden Warum werden sie zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft anders definiert Wie beeinflusst Werbung unsere Vorstellungen von einem sch nen und gesunden K rper Beherrscht der Geist den K rper oder umgekehrt Und was hat unser Kampf gegen bersch ssige Kilos mit unserem Gesellschaftssystem zu tun...

Title : Wahre Schönheit kommt von außen
Author :
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ISBN : 3711000061
ISBN13 : 978-3711000064
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Ecowin Verlag Auflage 1 29 April 2011
Number of Pages : 175 Pages
File Size : 798 KB
Status : Available For Download
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Wahre Schönheit kommt von außen Reviews

  • Livat Lee
    2019-01-25 01:32

    Ich habe alle Bücher der Autorin gelesen und war überglücklich, dass sie etwas zu dem Thema Schönheit geschrieben hat. Wer offen sagt, dass ihm eine ansprechende Äußerlichkeit wichtig ist, macht sich schnell verdächtig. Habe mich daher systematisch mit dem Thema Äußerlichkeiten, Schönheit und der dazugehörigen Soziologie/Philosophie/Anthropologie beschäftigt. Dieses Buch liefert sehr gute Argumente, wenn man auf Vertreter des Typs: "Es kommt auf die inneren Werte an" trifft. Kommt es natürlich auch, aber das Erste was man wahrnimmt ist die Hülle. Wenn die paßt, kann man ja einen Klasse-Charakter nachschieben - das ist die wahre Kunst! Nicht nur gut aussehen, sondern auch innerlich wunderbar sein.

  • Dr. Roland Pavelka
    2019-01-27 02:35

    Helene Karmasin leitet ein Marktforschungs- und Kommunikationsinstitut und ist in Österreich ziemlich bekannt.Ein Satz hat mich beeindruckt: wie im Mittelalter der Mensch ständig um sein Seelenheil bemüht war, ist es heute die Gesundheit, das Aussehen des Körpers, auch die Leistungsfähigkeit - für die jeder selbst verantwortlich ist und dies Alles auch beeinflussen könnte (sinngemäßes Zitat). Frau Karmasin zitiert soziologische Bücher vom 17. bis in unser Jahrhundert, erweist sich darin äußert kenntnisreich. Die Lektüre erfordert durchaus Intellekt und ist anspruchsvoll.Auch die Vorstellung vom Vokskörper als Ganzem, welcher von außen bedroht sein kann, wie der Individualkörper von Bakterien etc.wird ausührlich erörtert und diese Vorstellung, die direkt in unselige Ideologien geführt hat, erklärt.Auch ihre Ausführungen, dass eine Gesellschaft nicht nur einen einheitlichen Diskurs hervorbringt, sondern daneben einen zweiten subdominanten, der Bedürfnisse erfüllt, die der offizielle nicht ausreichend erfüllt, scheint mir sehr plausibel: Beispiel sind die naturwissenschaftliche Medizin und als Gegenpol alternative Medizin, Volksmedizin, Naturheilkund, Esoterik.Gerade als Marktforscherin und wohl auch Werbespezialistin dürfte sie dieses anzügliche Titelbild gewählt hat: Sofia Loren und Jayne Mansfield 1957. Auf dieser Begrüßungsparty für Loren soll der Busen der Mansfield (fast) herausgerutscht sein. Die Bilder gingen um die ganze Welt.

  • Anna
    2019-02-15 06:34

    Das Thema "Schönheit" wird hier von vielen Seiten beleuchtet und insgesamt ist das Buch sehr unterhaltsam.Es ist dabei sogar weniger trivial, als Titel und Titelbild vermuten lassen.Obgleich es sich um populärwissenschaftliche Literatur handelt und der Schwerpunkt auf marktanalytischen Ansätzen liegt, gibt das Buch auch einen guten Überblick über einige anthropologische und soziologische Zugänge zur Thematik und lädt ein, sich eingehender mit den - hier simplifiziert dargestellten - Theorietraditionen eingehender zu beschäftigen.

  • Marco
    2019-02-04 00:50

    So wahr, so wahr. Wie man es von der bekannten Motivforscherin gewohnt ist, wird hier gründlichst recherchiert mit einem zwinkernden Auge der wahren Schönheit auf den Grund gegangen. Sehr lesenswert.

  • Fuchs Werner T. Dr
    2019-01-30 03:28

    Dem scharfen Verstand und der außergewöhnlichen Beobachtungsgabe von Helene Karmasin begegnete ich vor bald zwanzig Jahren, als die österreichische Psychologin und Semiotikerin die Werbebranche mit ihrem Buch "Produkte als Botschaften" überraschte. Und schon damals fasste sie in Worte, was andere nur intuitiv erfassten. Es erstaunt daher auch nicht, dass die 3. aktualisierte Auflage des "Botschaftenbuches" noch immer lesenswert ist. An ihr neustes Werk ging ich daher mit der Erwartungshaltung, dass Helene Karmasin zu den Themen Schönheit, Körperkult und Gesundheit ebenfalls Wesentliches zu sagen hat. Und das hat Sie denn auch. Zudem lässt sie auch viele Geistesgrößen zu Wort kommen, deren Werke ich ebenfalls schätze. Dazu gehören: Mary Douglas, Michel Foucault, Emile Durkheim und natürlich Pierre Bourdieu. Während der Lektüre stellte sich dann heraus, dass Helene Karmasin mit einer Haltung an ihr Thema geht, die für große Soziologen, Ethnologen oder Anthropologen typisch ist und dem genauen Beobachten absolute Priorität einräumt.Das Buch wäre natürlich langweilig, wenn seine Autorin ganz auf Wertungen und unbewiesene Thesen verzichten würde. Aber sie hält sich bei Interpretationen trotzdem so stark zurück, dass es ziemlich schwierig ist, Helene Karmasin für Beweisführungen eigener Ideologien zu vereinnahmen. Wenn es um strukturelle Zusammenhänge geht, weist die Gründerin und Inhaberin eines Instituts für qualitative Marktforschung und Kommunikationsberatung oft darauf hin, dass die beschriebenen Muster zu allen Zeiten ihre Gültigkeit hatten. Was die Geschichte der Schönheit in den letzten Jahrzehnten jedoch stark beeinflusste, sind die gesättigten Märkte und die Verbreitung individualistischer Lebensentwürfe.Wenn alle schon alles haben, gibt es für eine Marktgesellschaft kaum ein idealeres Objekt als der Körper. Denn an ihm gibt es ständig etwas zu verbessern. Und der Gruppendruck, in jedem Lebensalter "chronisch gesund" zu sein, weckt durchaus neue Bedürfnisse. Aber obwohl diese von der Marketing- und Werbebranche verstärkt werden, ist die Sache mit dem Schwarzen Peter nicht so einfach. Es sind eben auch Interessegruppen am Werk, die gerne im Verborgenen bleiben oder die Resultate ihres Tuns anderen anhängen. So weist Helene Karmasin zum Beispiel darauf hin, dass es keine große Rolle spielt, welcher Lebensstil als falsch bezeichnet wird, wen man den "richtigen" mit Gesetzen und moralischem Druck erreichen will.In diesem spannenden Buch geht es nur am Rande um die bösen Modemacher, Werber, Fitnesscenterbesitzer oder Vermarkter von Dienstleistungen und Konsumprodukten. Daher beginnt Helene Karmasin auch mit einer Einführung in verschiedene Körperkonzepte und erklärt danach, wie es zu diesen Konzepten kam. An der Zivilisierung und Disziplinierung des Körpers sind Politiker ebenso beteiligt wie die Vertreter verschiedener Religionen. Und den zunehmenden Kontrollwahn verantworten auch alle, die ein mangelndes Selbstbewusstsein mit Regeln und Gesetzen kompensieren wollen.Um Menschen zum Kauf neuer Produkte und Dienstleistungen zu verführen, müssen auch neue Bedrohungen geschaffen werden. Erst wenn die Bakterien auf der Zunge wahrgenommen und als böse qualifiziert werden, hat eine Zahnpasta mit dem passenden Bakterienkiller eine Chance, gekauft zu werden. Zu den neuen oder stärker gewordenen Feinden gehören die Umwelt, soziale Verhältnisse sowie politisch unkorrekte Lebensstile. Wer die Geister zum Kampf gegen die Raucher ruft, darf sich nicht wundern, wenn sich die gleichen Geister gegen ihn selber wenden und ihm das Älterwerden noch schwerer machen.Im Kapitel "Wie helfe ich mir selbst?" kommt Helene Karmasin auch auf magische Strategien und Rituale zu sprechen. Dabei weist sie zu Recht darauf hin, dass die Leitvorstellungen des populärwissenschaftlichen und alternativen Gesundheitsdiskurses vom Konzept der Harmonie getragen sind. Und wer diese Harmonie verletzt, ist eben nicht im Gleichgewicht. Egal, ob es dabei um Schönheit oder Gesundheit geht.Nur in einer Gesellschaft, die den schönen Körper standardisiert, können sich Schönheitschirurgie, Körperarbeit und medizinische Kosmetik so etablieren, wie das heutzutage der Fall ist. Lediglich mit dem alternden Körper weiß unsere individualistische Leistungsgesellschaft nicht viel anzufangen. Noch nicht.Mein Fazit: Ein Buch, das ich am ehesten in die Kategorien Kultursoziologie und -geschichte einreihen würde. Denn obwohl von den Vermarktungsstrategien großer Unternehmen der Kosmetik- und Gesundheitsbranche ebenfalls die Rede ist, geht es vor allem um die Frage, wie gesellschaftliche Ideale entstehen und durchgesetzt werden. Wer wird wohl als nächstes diskriminiert, weil er von Menschen geschaffene Standards nicht erfüllt?