Read Die Römische Revolution. Machtkämpfe im antiken Rom. by Christoph Selzer Online

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ber den Autor und weitere MitwirkendeSir Ronald Syme 1903 1989 lehrte 1949 bis 1970 am Brasenose College in Oxford Alte Geschichte Neben weiteren zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 1975 den Orden Pour le M rite f r Wissenschaften und K nste und war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien Symes Forschungsschwerpunkt bildeten Arbeiten zu Geschichte und Geschichtsschreibung der r mischen Kaiserzeit.Leseprobe Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber Alle Rechte vorbehalten.Kapitel 7 Der Konsul Antonius Caesar lag tot am Boden, bers t von 23 Wunden Die Senatoren fl chteten in Furcht und Verwirrung, und die M rder begaben sich zum Kapitol, um den G ttern des r mischen Staates Dank zu sagen Sie hatten keine weiteren Pl ne der Tyrann war erschlagen, also war die Freiheit wiederhergestellt.Eine Pause folgte, und Best rzung griff Platz Gleichgesinnte kamen zum Kapitol, aber sie blieben nicht lange unter ihnen der elder statesman Cicero und der junge P Cornelius Dolabella, angetan mit den Insignien eines Konsuls denn es war Caesars Absicht gewesen, da Dolabella den freien Platz einnehmen sollte, wenn er selbst zur cktrat und auf den Balkan ging Der andere Konsul, der gef rchtete M Antonius, hielt sich verborgen Er lehnte die Einladungen der Befreier ab, verschaffte sich von Calpurnia die Aufzeichnungen des Dictators und beriet sich dann im geheimen mit den f hrenden K pfen der Partei Caesars, mit Balbus, dem Sekret r und Vertrauten des Dictators, mit Hirtius, dem designierten Konsul f r das n chste Jahr, und mit Lepidus, dem magister equitum, der sich nun in einer ungew hnlichen und vorteilhaften Position befand Er hatte Truppen unter seinem Kommando, und die Folgen davon wurden sogleich sichtbar Im Morgengrauen des 16.M rz besetzte er das Forum mit Bewaffneten Lepidus und Balbus riefen nach Rache, doch Antonius hielt es mit dem gem igten und vorsichtigen Hirtius Er berief den Senat ein, der sich am n chsten Tag im Tempel der Tellus versammeln sollte.Mittlerweile waren die Befreier f r eine kurze Zeit von der Burg heruntergekommen und hatten auf dem Forum einen vergeblichen Appell an den P bel gerichtet Eine Rede des Marcus Brutus, die dieser am n chsten Tag auf dem Kapitol hielt, blieb gleichfalls ohne Wirkung, der Mob war apathisch oder feindselig und lie sich von der logischen, ernsten und strengen Rhetorik des Brutus nicht r hren Welch eine andere, welch eine feurige Rede h tte Cicero gehalten Aber er war nicht anwesend Die Befreier blieben auf dem Kapitol verborgen Ihr Handstreich war von den F hrern der Partei Caesars pariert worden, die in den Verhandlungen mit ihnen einen festen und sogar drohenden Ton anschlugen D Brutus war verzweifelt.Am Morgen des 17.M rz trat der Senat zusammen Antonius bernahm die F hrung der Debatte und durchkreuzte sogleich den Vorschlag des Ti Claudius Nero, der f r die Tyrannenm rder besondere Ehrungen forderte Im Moment hatte Antonius es nicht auf ihre Verurteilung abgesehen Er verwarf beide Extreme und schlug eine pragmatische L sung vor Obgleich Caesar als Tyrann von ehrenwerten und patriotischen B rgern get tet worden war, sollten doch die acta des Dictators auch seine letzten, noch unver ffentlichten Pl ne Gesetzeskraft erhalten Da dies notwendig war, schien offenkundig und unumg nglich, denn viele Senatoren und viele der Befreier selbst hatten von dem Dictator Vorteile, mter oder Provinzen erhalten Erworbene Rechte setzten sich durch und lieferten den achtbaren Vorwand von Frieden und Eintracht Cicero hielt eine Rede und schlug eine Amnestie vor.Auf diese einfache Weise erhielt Rom mittels einer Koalition zwischen Caesarianern und Republikanern wieder eine verfassungsm ige Regierung Die Eintracht wurde besonders gepriesen, als am Abend die F hrer der Partei Caesars und die Befreier einander Gastm hler gaben Am folgenden Tag wurden weitere Ma nahmen beschlossen Auf das Dr ngen von Caesars Schwiegervater hin beschlo der Senat, das Testament des Dictators anzuerkennen, und gew hrte ihm ein Staatsbegr bnis.Antonius hatte seine Tr mpfe mit kalter Meisterschaft ausgespielt Die Befreier und ihre Freunde hatten ein f r allemal die Gelegenheit verpa t, auf den Senat Einflu zu gewinnen Vor allem wandte sich das von Anfang an feindselig gesonnene Volk scharf gegen sie Zufall und Absichten vermischten sich Die von Antonius am 20.M rz gehaltene Leichenrede d rfte nicht als ein politisches Manifest der caesarianischen Partei gedacht gewesen sein, das Ergebnis hat wohl Antonius Vorstellungen bertroffen Seine Rede war kurz und ma voll, aber die Zuh rerschaft war leicht entflammbar Beim Aufz hlen der Gro taten Caesars und der Wohltaten, die er dem Volke Roms in seinem Testament zugedacht hatte, brach die Volksmenge los und verbrannte seinen Leichnam auf dem Forum Aus Angst um ihr Leben verbarrikadierten sich die Befreier in ihren H usern Auch nach Tagen war es f r sie gef hrlich, sich in der ffentlichkeit sehen zu lassen Der Mob stellte einen Altar und eine S ule auf dem Forum auf und brachte Caesar Opfer und Gebete dar Unter den Urhebern der Wirren tat sich ein gewisser Herophilus oder Amatius hervor, der sich als Enkel des C Marius ausgab Anfang April verlie en die Befreier Rom und suchten Zuflucht in den kleinen St dten der Umgebung.Schon lange zuvor war den Attent tern und ihren Sympathisanten die Vergeblichkeit ihrer heroischen Tat klargeworden Der Schaden war bereits eingetreten Nicht das Begr bnis Caesars, sondern die Sitzung am 17.M rz war das eigentliche Ungl ck Sowohl die Verf gungen als auch die Partei Caesars berlebten seinen gewaltsamen Tod Das war konsequent, bedenkt man die Grunds tze und den Charakter der Verschw rung Die Ermordung des Tyrannen und diese Tat allein waren Ziel und Rechtfertigung ihres Unternehmens Das konnte durch sp tere Weisheit und die vergebliche Reue einiger Ratgeber und Kritiker nicht mehr ge ndert werden eine mannhafte Tat, aber von kindlicher Unbesonnenheit....

Title : Die Römische Revolution. Machtkämpfe im antiken Rom.
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ISBN : 3608940294
ISBN13 : 978-3608940299
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Klett Cotta Auflage 3., 1 November 2005
Number of Pages : 381 Pages
File Size : 777 KB
Status : Available For Download
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Die Römische Revolution. Machtkämpfe im antiken Rom. Reviews

  • Thorsten Wiedau
    2019-03-20 16:35

    Rom hatte und hat noch immer einen großen Einfluß auf die europäische Geschichte und aktuelle Umstände. Rom steht als Synonym für Sprache, Kultur und Wissenschaften. Das tausendjährige Reich der Römer hat von seiner Entstehung bis zu seinem Zerfall, mittelbar und unmittelbar Einfluß auf alle Randstaaten genommen, teils zu deren Vorteil, oft aber nur zu seinem eigenen Vorteil.Insbesondere die Geschichte von der „Republik Rom" zur „Dictatur Rom" ist immens wichtig, um den inneren Zusammenhalt und auch die Spannungen zu verstehen, welche sich innerhalb des römischen Reiches dadurch ergaben. Gerade die Wandlung eines so komplexen Gebildes, ist auch für Folgekulturen außerordentlich wichtig, um Zusammenhänge und Wandlungen verstehen zu können. In dem Buch „Die Römische Revolution" wird dieser geschichtlich bedeutende Zeitausschnitt gekonnt und bravourös unter die Lupe genommen.Sir Ronald Syme lehrte am Oxford College (Brasenose) Alte Geschichte und gilt als Autorität innerhalb der Bewertung politischer und innerer Zusammenhänge in der römischen Kaiserzeit. Mit seinem Buch „Die Römische Revolution" hat er bereits vor einigen Jahrzehnten (1939) erstmals publiziert und bereits damals wurde ihr weltweit Beachtung zuteil. Die jetzige Neuauflage, erfolgt insbesondere aus dem Wunsch heraus, eine deutsche Ausgabe zu publizieren, welche auch die Anhänge und die Quell - Literatur wiedergibt (1/3 des Buches).Ronald Syme zeichnet mit unvergleichlich feiner Ironie und messerscharfem Sachverstand ein Bild der Zeit von ungefähr 60 v. Zw. bis 20 n. Zw. Seine Darstellung der Umstände die zum Bellum Italicum führten, ebenso wie die indirekte Staatsführung des Pompeius und der Ermordung des Caesar, welcher als erster Dictator eine lange Reihe von Potentaten auf den 7 Hügeln begründete, ist absolut sauber, nachvollziehbar und brilliert in vielen Randgeschehnissen, die ein Normalbetrachter der römischen Geschichte nicht erfaßt.Der immerwährende Klassenkampf und die Abgrenzungspolitik einiger erlesener Zirkel führten zu immer neuen Spannungen, ebenfalls ist Erwähnung bedeutend, daß es 500 Jahre nach der Gründung Roms immer noch kein einheitliches römisches Volk in Italien gegeben hat, sondern auch hier immer wieder feine Unterschiede gemacht wurden. Der Weg aus der Republik heraus, vom Königtum weg, in die Dictatur war verhältnismäßig kurz und doch von vielen Bündnissen und Einzelschicksalen abhängig. Dennoch verließ er planmäßig und von einer kleinen Kaste auch gewollt. Den Gipfel der Macht erklomm letztendlich Kaiser Augustus, nachdem er sich absichernd nach allen Seiten und mit Unterstützung einflußreicher Freunde und unter Zuhilfenahme der Armee und der Partei, die öffentliche Meinung gefügig gemacht hatte.Ronald Syme hat hier bereits 1939 ein Werk abgeliefert, welches auch für den Laien verständlich ist, die Neuübersetzung (2003) von Friedrich Wilhelm Eschweiler und Hans Georg Degen ist als besonders gelungen anzusehen, denn der einfache und sehr verständliche Stil des Autors wurde korrekt übertragen. Jedoch ist dieses Werk nicht nur etwas für Laien, auch dem Fachpublikum und Studenten eröffnet sich mit dem Werke Ronald Symes eine Quelle, welche sicherlich im deutschsprachigen Raum ihres Gleichen sucht.Ein umfassendes und gut lesbares Werk in sauberen Stil geschrieben, welches sogar den Witz und die Ironie der Geschichte widerspiegelt. Meines Erachtens nach, ein Standardwerk für jeden Interessierten der römischen Revolutionsgeschichte (beginnendes Kaisertum), ob Laie oder Fachmann.

  • Amazon Customer
    2019-03-10 17:29

    Syme's Buch ist definitiv als Klassiker anzusehen. Die von Dahlheim bearbeitete Ausgabe ist aber leider nicht nur sprachlich, sondern inhaltlich vom englischen Original abweichend. Schade!