Read "Sein Name ist Gerechtigkeit": Neue Beiträge zur christlichen Gotteslehre by Jürgen Moltmann Online

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Kritische Analyse und theologische Zeitansage Inspiration f r Verk ndigung, Orientierung f r den GlaubenIn diesem Band legt J rgen Moltmann die j ngsten Fr chte seines theologischen Schaffens vor Sie sollen nicht nur der konkreten christlichen Gotteserkenntnis, sondern auch der geistigen Freude an dem Gott Jesu Christi dienen der die Sonne aufgehen l sst ber die B sen und die Guten Aus dem Vorwort Die Beitr ge konzentrieren sich auf drei Anliegen Das Eigene, Eigenartige und Einzigartige des christlichen Glaubens soll sichtbar gemacht werden Eine Rechtfertigungslehre ist zu entwerfen, die nicht die T ter, sondern die Opfer der Tat in den Mittelpunkt stellt Und das Gespr ch zwischen Theologie und Naturwissenschaften soll gef rdert werden....

Title : "Sein Name ist Gerechtigkeit": Neue Beiträge zur christlichen Gotteslehre
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ISBN : 3579080334
ISBN13 : 978-3579080338
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : G tersloher Verlagshaus 18 August 2008
Number of Pages : 283 Pages
File Size : 774 KB
Status : Available For Download
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"Sein Name ist Gerechtigkeit": Neue Beiträge zur christlichen Gotteslehre Reviews

  • Fleischer, Christoph
    2019-04-02 05:23

    Ehrlich gesagt, Jemandem, der schon einige Bücher von Jürgen Moltmann gelesen hat, kommt an den im Buch aufgeführten Gedanken Einiges bekannt vor. Wer allerdings zu dieser Gruppe nicht gehört, dem wird hier an ausgewählten Beispielen vorgeführt, was evangelisch theologische Redlichkeit verbindet mit ökumenischer Offenheit, politischer und historischer Betroffenheit und sprachlich-rhetorischer Gewandtheit. Jürgen Moltmann ist inzwischen zu einem theologischen Denkmal geworden, was die Liste der 207 Dissertationen in Englisch, Niederländisch, Finnisch, Italienisch, Deutsch und mehr Sprachen zeigt. Einige Bibliographien, Festschriften, Monografien und Berichte über die Theologie Jürgen Moltmanns werden in der Anlage ebenfalls aufgeführt, so dass sich jede und jeder von hier aus auf den Weg machen kann, diesen evangelisch theologischen Ansatz zu studieren, der als Vertreter der 'politischen Theologie" mit dem Stichwort 'Theologie der Hoffnung" die Theologengeneration des Aufbruchs geprägt hat.Dass der Zukunftsbezug bis ins Alter sein leitendes theologisches Paradigma geblieben ist, zeigen die dokumentierten Aufsätze. Dass, wer aufbrechen will, an das richtige Gepäck denken sollte, machen seine theologischen Meditationen und Formulierungen deutlich. Ausgehend von der Quelle der theologischen Argumentation findet Moltmann immer wieder zur heutigen Sprache zurück und zeigt beispielhaft, dass theologische Existenz auch darin besteht, aus eigener Einsicht und Verantwortung zu neuen Formulierungen zu kommen. So wird die Auferstehung der Toten zur 'Auferstehung des Lebens". Jürgen Moltmann erinnert zu recht daran, dass die trinitarische Rede von Gott nicht aufgegeben werden darf. Wenn diese heute Schwierigkeiten bereitet, ist dies eine theologische Herausforderung, immer wieder neu sprachliche Umsetzungen theologischer Einsichten zu finden. Alter Bekenntnisinhalt füllt sich mit neuem Leben und gibt dem Denken von Gott von Neuem eine religiöse Sprache, die die aktuellen Herausforderungen in das Denken einbezieht und daher die Hörer immer wieder bei ihren existentiellen Fragen abholt.Moltmanns Theologie wirkt immer ein wenig wie eine Auswahl und dies wird gerade vor dem Zwang zur Aktualisierung deutlich. Die Tagesordnung der Welt bestimmt die Themenwahl, die biblischen Quellen und deren Auslegungsgeschichte dann aber die Inhalte. Zukunft, Auferstehung, Gerechtigkeit, Gott und Natur sind die in diesem Band ausgearbeiteten Grundbegriffe, die es immer wieder neu zu erklären gilt, um das zu tun, wozu Jürgen Moltmann sich beispielhaft vorzeigen lässt, nämlich evangelisch Theologie zu betreiben.

  • Dr. Volker Keding
    2019-04-03 07:09

    Moltmanns jüngste Veröffentlichung ist eine beglückende Sammlung von Aufsätzen aus seiner späten Schaffensphase ab 2001, die teilweise bereits in Zeitschriften oder Sammelwerken erschienen waren, z.T. hier erstmals veröffentlicht sind. Man wird an dieses Buch nicht die Erwartung einer systematisch stringenten Entfaltung der Gotteslehre richten dürfen. Vielmehr haben wir hier ein lockeres Kaleidoskop verschiedener, aber für Moltmann zentraler Themen zur Gottesfrage, die sich um den für ihn schon immer wichtigen Kern theologischen Denkens gruppieren: Hoffnung aus Gottes Zukunft; gesellschaftliche Relevanz des christlichen Botschaft; Trinität als heilsgeschichtliche Selbstkundgabe Gottes; Theologie der Natur. So werden die "Neuen Beiträge zur christlichen Gotteslehre" zu einem schönen Kompendium der Theologie Moltmanns. Dass sich die genannten theologischen Schwerpunkte auf die eine oder andere Weise ständig untereinander vernetzen, macht dies Büchlein gut deutlich:Der erste Essay "Die Zukunft des Christentums" bietet eine trinitarische Geschichtstheologie. Dabei verbindet sich trinitarisches Denken mit eschatologischer Zukunftsperspektive. Hoffnung auf die neue Schöpfung - die große Erwartung des Neuen Himmels und der neuen Erde nach Jesaja 65,17 - durchzieht bekanntlich sein Gesamtwerk mit großer Stringenz.Ein Höhepunkt ist der bisher unveröffentlichte zweite Beitrag: "Der Gott der Auferstehung". Hier fasst der Autor noch einmal seine gesamte Theologie seit "Theologie der Hoffnung" (1964) zusammen und spannt den großen Bogen vom Glauben an die Auferstehung Christi über die Auferstehung des Leibes (der Toten) zur Auferstehung des Fleisches (der Natur). Zugleich wird die Vorfreude auf die Vollendung - unter Berufung auf Blumhardt und Bonhoeffer - zurückverwiesen auf die Liebe zur Erde.Damit ist der dritte Teil, das Kernstück des Werkes, inhaltlich vorbereitet. Er subsumiert sechs unterschiedliche Aufsätze unter das Thema "Gott ist Gerechtigkeit" und erfüllt damit thematisch, was der Gesamttitel in Aussicht stellt. Die Gedanken sind teilweise kühn. Wo sie bis an die Schwelle der Mystik reichen, wie bei der kosmischen "Schechina", bleiben sie bescheiden unter dem eschatologischen Vorbehalt des Noch Nicht. Besonders packend ist der verhältnismäßig junge Beitrag "Sonne der Gerechtigkeit" (2007), in der die alte Leidenschaft der gesellschaftsrelevanten Theologie der Befreiung neu aufleuchtet. In kritischer Auseinadersetzung mit der römisch-germanischen mittelalterlichen Strafgerechtigkeit erinnert Moltmann hier an die in der Hebräischen Bibel grundgelegte schöpferische, aufrichtende, für die Unterdrückten parteiliche Gerechtigkeit des Recht schaffenden Gottes.Als knappe Zusammenfassung eines langen trinitätstheologischen Denkweges darf der Beitrag "Der drei-einige Gott" gesehen werden. Erneut entfaltet Moltmann den kommunikativen Grundzug des Gottes, der nicht einsam ist, sondern reich an inneren und äußeren Beziehungen. In dieser zweiten Hinsicht wird Gott für Moltmann zum offenen einladenden Raum, der schon erfahrbar wird und zugleich offen bleibt auf die eschatologische Freude der göttlichen Schechina in seiner erneuten Schöpfung.Der vierte und letzte thematische Teil greift den Faden des Gesprächs zwischen Naturwissenschaft und Theologie auf, der schon in "Wissenschaft und Weisheit" (2002) geknüpft war. Aktuelle Fragestellungen von den Spiegelneuronen bis zur Klimakatastrophe klingen an. Die Natur wird gedeutet als offenes System mit der biblischen perspektivischen Ausrichtung auf die eschatologische Vollendung als Neuschöpfung, wo "Gott wird sein alles in allem". Dieses Zitat aus 1. Korinther 15,28 durchzieht das ganze Buch wie ein roter Faden.Das Buch wird abgerundet durch nützliche Anhänge, unter denen eine vollständige Auflistung der bisher 207 Dissertationen über Moltmanns Theologie von besonderem Wert ist.Herzerfrischend ist diese testamentarische Textsammlung des späten Moltmann u. a. darum, weil auch da, wo Grundgedanken aus den großen Hauptwerken seit 1964 aufgegriffen werden, stets aktuelle kontextuelle Anwendungen und neue Blickwinkel aufleuchten. Bei allem Wiedererkennungseffekt entsteht nie Langeweile; Moltmanns dialogisches Interesse, seine Hörfähigkeit auf Andersdenkende und seine programmatische "Neugier" dürften hier schöpferisch gewirkt haben.Zu wünschen ist vielen Leserinnen und Lesern genau diese Neugier beim der lohnenden Lektüre.