Read Kritik des gesunden Menschenverstandes: Unser Hindernislauf zur Erkenntnis by Ernst P. Fischer Online

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Eine wissenschaftliche Erfahrung ist eine Erfahrung, die der gewohnten Erfahrung widerspricht Dieser Satz des Philosophen Gaston Bachelard findet bei Fischer seine beraus unterhaltsame Best tigung Denn wer denkt schon, dass die K ste Gro britanniens unendlich lang ist Oder dass eine j hrliche Gehaltserh hung von 1 000 Euro schlechter ist als eine Steigerung jedes halbe Jahr um 250 Euro Hier streiten Wissenschaft und gesunder Verstand Ernst Peter Fischer ebnet Ihnen den Weg zur Erkenntnis Wenn Sie Herrn Prof Fischer als Redner buchen m chten, kontaktieren sie bitte die Econ Referenten Agentur....

Title : Kritik des gesunden Menschenverstandes: Unser Hindernislauf zur Erkenntnis
Author :
Rating :
ISBN : 3548364063
ISBN13 : 978-3548364063
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein Taschenbuch 1 November 2002
Number of Pages : 184 Seiten
File Size : 675 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Kritik des gesunden Menschenverstandes: Unser Hindernislauf zur Erkenntnis Reviews

  • Stefan
    2019-03-19 06:49

    Der Autor bringt in seiner Darstellung sehr viele Beispiele - einige besser, andere weniger gut erklärt - und verdeutlicht wie der sog. gesunde Menschenverstand das "richtige" Denken blockiert und in eine falsche Richtung lenkt. Er spricht auch - wenn auch nicht explizit - die philosophische Problematik von "Wesen und Erscheinung" sowie andere Themen wie die "Erkennbarkeit der Welt durch den Menschen" an.Leider hält er in seinen Ausführungen zu sehr am Konkreten fest. Er gibt unzählige konkrete Beispiele für historische Irrwege der Biologie, Physik usw., aber begründet alle einfach als Wirkungen des gesunden Menschenverstandes, ohne zu erklären, wie man diese Irrwege hätte verhindern können. Man weiß am Ende des Buches also nicht, wie denn nun das richtige, das Erkenntnisfortschritt realisierende Denken funktioniert. Hier und da gibt es Anhaltspunkte, aber keine wirklich erklärende Aussage.Man wünscht sich außerdem, dass der Autor nicht soviel im Text vorgreift und immer wieder in spätere Kapitel vertröstet. Auch die Textstruktur ist manchmal irritierend, wenn bestimmte Textausschnitte nicht in die Thematik des Abschnitts passen.Trotzdem ist das Buch für all jene zu empfehlen, die meinen, dass der gesunde Menschenverstand zielführend sei oder eben ausreichen würde, um richtig zu handeln. Diese Haltung ist besonders in Bereichen der Geistswissenschaften der Fall oder aber in der Politik. Das Buch leistet in dieser Hinsicht einen Erkenntnisfortschritt, weil es verdeutlicht, dass man anders Denken muss - aber wie?

  • Patrick Kühnel
    2019-02-23 01:00

    Mit der 'Kritik des gesunden Menschenverstandes' polemisiert der bekannte Wissenschaftspublizist Ernst.P. Fischer gegen ein allzu blindes Vertrauen in die Erkenntniskraft des unreflektierten Alltagsverstandes. Der gesunde Menschenverstand, wie ihn der Autor sieht, ist im Wesentlichen ein evolutionär gewachsenes Instrument, um sich bei Alltagsproblemen zurechtzufinden. Leider lässt sich dieser Apparat allzu leicht in die Irre führen, wie an einfachen Problemen demonstriert wird. Demgegenüber plädiert der Autor für ein gesundes Misstrauen gegenüber allzu einleuchtenden Erklärungsmustern und für die Anstrengung, aus dem 'bequemen Bett' der scheinbar selbstverständlichen Alltagslogik auszusteigen. Denn neue Erkenntnisse würden niemals im Einklang mit dem gesunden Menschenverstand erzielt sondern ausdrücklich nur gegen ihn. Eine Vielzahl von Beispielen aus der Wissenschaftsgeschichte belegt dies nicht nur eindrücklich sondern zeigt auch, dass selbst die Großen der Wissenschaft vor den Fallstricken der Allerweltsraison nicht gefeit waren.Der Hauptteil des Buches gliedert sich in vier Kapitel: Irrtümer, Entstehung, Geschichte, Kritik. Der Autor gibt dem Leser zunächst Gelegenheit, an konkreten Beispielen zu erfahren, wie auch eine wissenschaftlich vorgebildete Person sich durch oberflächliche Scheinlogik auf's Glatteis führen lässt. Nachdem solche Irrtümer offensichtlich eher die Regel als die Ausnahme sind, schließt sich naturgemäß die Frage nach den evolutionsbiologischen Ursachen und dem Sinn des vorwissenschaftlichen Denkens an.Der Autor behandelt diese Frage im zweiten Kapitel im Wesentlichen durch Bezug auf die Entwicklungstheorien Jean Piagets, wobei er bedauerlicherweise vergisst zu bemerken, dass Piagets Methodik aufgrund der schmalen Basis seiner Untersuchungen (seine eigenen drei Kinder) häufig als unwissenschaftlich kritisiert wurde und in der Gefahr steht, die Untersuchungsergebnisse durch Projektion einer intrinsischen Motiviertheit zu verfälschen. Außerdem wurde Piaget gegenüber auch der Vorwurf erhoben, Entwicklungsstadien weniger zu erklären als lediglich zu benennen. Beide Kritikpunkte führt Fischer an anderer Stelle als Indizien für die Tendenz des gesunden Menschenverstandes an, sich mit halben und damit letztlich falschen Erklärungen zufrieden zu geben.Im dritten Kapitel gibt der Autor einen Überblick über die steinige Geschichte der Emanzipation der Menschheit von vorwissenschaftlichen Irrtümern hin. Er weist an dieser Stelle darauf hin, dass ontogenetische und phylogenetische Erkenntnisentwicklung in einem reziproken Verhältnis zueinander stehen, in dem Sinne, dass die zuletzt erworbenen Kategorien des Individuums die wissenschaftlich am frühesten hinterfragt wurden und umgekehrt. Hiermit hängt die Langlebigkeit fundamentaler Vorurteile der Alltagslogik zusammen, wie zum Beispiel die Gewohnheit, Atome als Teilchen zu betrachten.Im vierten Teil schließlich ergreift er Partei für eine Position der evolutionären Erkenntnistheorie, die die Erkennbarkeit von Wirklichkeit insofern zulässt, als der kognitive Apparat eine in gewissem Maße gelungene Anpassung an die Wirklichkeitsstruktur darstellt. Die Fähigkeit, dessen Potential ausschöpfen zu können reicht Drauflosdenken jedoch häufig nicht aus. Unter Zuhilfenahme von Werkzeugen wie Experimenten und Formalisierungen zeigt sich so manche Aporie (Alle Kreter lügen)oder gar Wissenschaft (Psychoanalyse) als das, was sie ist: Ein Irrtum des gesunden Menschenverstandes.Trotz seines polemischen Grundtenors ein recht gelungenes Plädoyer dafür, etwas strengere Maßstäbe an das eigene Urteilsvermögen anzulegen und leicht bekömmlichen Erklärungen zu misstrauen.