Read Messel: Schätze der Urzeit by Gabriele Gruber Online

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Vor 65 Mio Jahren starben die Dinosaurier aus In der Folgezeit begannen sich die S ugetiere explosionsartig zu entwickeln Anhand der Funde aus der Grube Messel, die auch als Wiege der S ugetiere bezeichnet wird, pr sentiert das Hessische Landesmuseum Darmstadt HLMD eine einzigartige Ausstellung zu dieser Zeit Neben der Entstehungsgeschichte der Grube werden die Forschung, die Grabungen und die Pr paration der Fossilien vorgestellt Die Einmaligkeit dieses UNESCO Weltnaturerbes liegt in der Vielzahl der ungew hnlich gut erhaltenen Fossilien, die in hervorragenden Fotos wiedergegeben werden Kurze, verst ndliche Erl uterungen geben einen unvergleichlichen Einblick in die damalige Lebenswelt und stellen den Bezug zur heutigen Tierwelt her Entgegen sonst blichen Funden, bei denen lediglich Z hne und Knochenreste R ckschl sse erlauben, zeigen die in der Grube Messel gefundenen Lebewesen nahezu komplett erhaltene Skelette, teilweise mit Haut, Haaren und sogar Resten der letzten Mahlzeit....

Title : Messel: Schätze der Urzeit
Author :
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ISBN : 3534246950
ISBN13 : 978-3534246953
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Wissenschaftliche Buchgesellschaft Auflage unver nderte Auflage 2011 3 M rz 2014
Number of Pages : 509 Pages
File Size : 862 KB
Status : Available For Download
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Messel: Schätze der Urzeit Reviews

  • Tirana
    2019-02-13 16:31

    Die Autorin GRUBER breitet in diesem Buch ein Panorama einer längst vergangenen Zeit vor uns aus: sie entführt uns in eine Region im heutigen südlichen Hessen zur Zeit des Eozäns, einer Epoche vor ca. 47 Millionen Jahren mit ihrer tropisch anmutenden Fauna und Flora.Dabei ist das Buch in drei Teile aufgeteilt: es beginnt mit einer kurzen 12-seitigen Einführung in die Grabungsgeschichte der Grube Messel und man liest entsetzt, dass diese paläontologische Goldgrube" beinahe als Mülldeponie missbraucht worden wäre! Der zweite Teil (29 Seiten) umreißt den räumlichen und zeitlichen Rahmen der Entstehung der Messel Grube (also seiner Geologie) und seiner globalen Einordnung, indem der Vergleich mit ähnlichen Fundstellen auf der Welt gezogen wird. Er skizziert kurz die Arbeitsmethoden, um diese fantastischen Fossilien zu bergen und zu präparieren. Letztlich wird alles zusammengefasst, um ein plastisches Gesamtbild des Messel-Maares und seiner umgebenden Urwälder vor unseren Augen entstehen zu lassen. Der weitaus umfangreichste dritte Teil (98 Seiten) zeigt uns die schönsten und interessantesten Funde und gibt eine sehr interessante, vertiefte und lebendige Beschreibung der damals hier lebenden Organismen, aufgeteilt in die Kapitel zum eigentlichen Messel-See und zur angrenzenden Waldzone. Ein kurzer geschichtlicher Abriss der Ausgrabungsarbeiten (2 Seiten), ein umfangreiches, eng und klein bedrucktes Literaturverzeichnis (7 Seiten) und ein Register bilden den Abschluss.Es ist ein fesselndes Buch, das vor unseren Augen eine urzeitliche Welt ausbreitet und uns mit großformatigen fotografischen Abbildungen die z. T. einzigartigen Fossilfunde (die Urpferde, Urvögel, ein Ameisenbär, ein Tapir und auch vorzeitliche Primaten, Krokodile, und, und, und ...) nahebringt. Jedes Kapitel für sich enthält darüber hinaus ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Die einzelnen Beschreibungen sind sehr lebendig verfasst (wenn auch im geologischen Kapitel im zweiten Teil des Buches viele Fachtermini genutzt werden, die schon einige Vorkenntnisse voraussetzen, die oft nicht (z. B. in einem beigefügten Glossar) erläutert werden). Dennoch sind die Gedankengänge zur Evolution, Kontinentaldrift und Paläoklimatologie gut nachvollziehbar. Besonders angetan war ich von der Arbeitsweise zur Paläoökologie, die aus den versteinerten Funden so viele Informationen herauslesen konnten, um Rückschlüsse auf die Lebensweise und Lebensbedingungen zu ziehen und damit den Fossilien ,Leben einhauchen` konnten.Dieses Buch kann allen empfohlen werden, die sich für die Paläontologie im allgemeinen und der Paläoökologie im besonderen (unter besonderer Berücksichtigung der Evolution der Säugetiere) interessieren; die bereit sind, sich in ein vorzeitliches Szenario inmitten Deutschlands, als hier ein See inmitten eines tropischen Waldes lag, in dem Knochenhechte und Krokodile schwammen, und in dessen angrenzenden Wald Riesenvögel, gerade einmal schafsgroße Pferde, tropische Insekten lebten, in dem känguru-artige Kleinsäuger, Ameisenbären und lemurenartige Primaten herumsprangen, entführen zu lassen. Bereichert wird diese ,Zeitreise` durch hervorragend reproduzierte und auf kräftigem Kunstdruckpapier gedruckte, vielfach ganzseitige fotografische Abbildungen, die mit zur außergewöhnlich hohen Qualität dieser Publikation beitragen: eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

  • Volker M.
    2019-01-24 17:38

    Die Ignoranz und Dreistigkeit ist eigentlich unfassbar: Die einmalige Grube Messel sollte nach dem Willen hessischer Abfallbehörden und Entsorgungsfirmen eine Mülldeponie werden und dieses Vorhaben wurde anfangs auch mit behördlicher Gewalt durchgesetzt. Da war längst bekannt, was da unten im Ölschiefer schlummert. Eine Fossilienlagerstätte von Weltgeltung, ein einzigartiges Fenster in die Zeit des Mitteleozän. Erst der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat dem Treiben nach 20 Jahren Kampf um Messel Einhalt geboten.Heute ist Messel zum Glück Weltnaturerbe und nur noch Forscher bauen hier Schicht für Schicht den kostbaren Ölschiefer ab. Was sie dort Spektakuläres gefunden haben, das zeigte eine Ausstellung, die mehrere Jahre mit Messeler Fossilien in Europa auf Tour war, solange das Hessische Landesmuseum modernisiert wurde. Die Ausstellung ist zwar längst vorüber und die Funde zeigen sich in Darmstadt in neuem Glanz, der Katalog zur Ausstellung erscheint aber mittlerweile bereits in dritter Auflage. Er hat sich quasi zur "Bibel" der Messelfossilien gemausert, denn so umfassend, exzellent bebildert und fachkundig beschrieben gibt es kein vergleichbares Werk. Vor den Augen des Lesers entsteht Schritt für Schritt der eozänische Urwald mit seinen Bewohnern. Die Fachautoren entschlüsseln die Verwandtschaftsbeziehungen der Messeler Funde mit heute noch lebenden Arten und dabei kommen manche Überraschungen ans Tageslicht. Der Leser merkt schnell, dass die systematische Zuordnung von Fossilien zu Gattungen und Familien ausgesprochen kompliziert ist. Viele Exemplare haben abenteuerliche Wanderungen durch den Stammbaum des Lebens hinter sich und ihre Stellung ist immer noch nicht ganz geklärt.Vor über 40 Millionen Jahren war Deutschland ein Schmelztiegel für die tropische Fauna aus Asien und Amerika. Ameisenbären, Lemuren, urtümliche Krokodile und Würgeschlangen bevölkerten den Messeler Kratersee und seine Umgebung. Wie genau sie den Weg in die Lagestätte gefunden haben, ist z. T. immer noch unklar, denn es gibt ungewöhnliche Besonderheiten im Fundspektrum. Warum gibt es nur so wenige Fischarten? Und warum sind fast alle Fische Jungtiere? Warum kennt Messel mehr Fledermausarten als irgendeine andere Fundstelle in der Welt? Wie und warum sind die vielen Vogelkadaver in den See gelangt?Für den Messeler Primaten "Ida", der 2009 als "ältester Vorfahr des Menschen" eine Zeit lang durch den Blätterwald schwirrte, kamen die Autoren ein wenig zu spät. Dieses einmalige Stück, dessen beide Platten von einem Fossilienhändler in die USA und nach Norwegen verkauft wurden, war zum Zeitpunkt der Katalogveröffentlichung offiziell noch nicht bekannt.Die einleitenden Kapitel befassen sich allgemein mit der Geschichte der Grube Messel, der Ökologie des Eozänbiotops und den ungewöhnlichen Fossilisierungsbedingungen. Der restliche Aufbau des Buches folgt dann im Wesentlichen der wissenschaftlichen Systematik, sortiert nach Klassen und Ordnungen. Dieser Struktur ist allerdings noch eine Ebene übergeordnet, die sich an den ökologischen Zonen im tropischen Regenwald und dem Kratersee orientiert: Urwaldrand, -boden und Kronendach beherbergen sehr unterschiedliche Faunen, die auch was die Fossilisierungsmechanismen angeht, gemeinsame Eigenschaften haben. Durch diesen ökologisch begründeten Aufbau wird auch noch deutlicher, wie sehr der Messeler Urwald heutigen Tropenwäldern entspricht. Die Messeler Fauna enthält jede Menge "alte Bekannte" oder deren evolutionäre Vorläufer.Bedauerlich ist, dass keine Rekonstruktionszeichnungen der Tiere abgebildet sind, aber die Skelette und ihre oft im Abdruck erhaltenen Weichteile sind ausgesprochen anschaulich. Die meisterhaft präparierten Stücke entfalten nämlich nicht nur ihre ganz eigene Ästhetik, sondern zeigen auch feinste Details, die dann oft noch in Vergrößerung abgebildet werden. Bis auf das schon genannte "Ida"-Fossil bekommt der Leser somit die absoluten Topstücke aus Messel präsentiert und noch dazu mit dem gesammelten Fachwissen vom Stand des Jahres 2007. Dass sich einige wenige Details in der Systematik bis heute schon wieder geändert haben, das ist angesichts der Schnellebigkeit dieser Wissenschaft nicht verwunderlich, den Gesamteindruck schmälert das jedoch nicht im Geringsten.