Read Kopf oder Bauch?: Zur Biologie der Entscheidung by Gerhard Roth Online

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Warum schreiben Menschen auf Zigarettenpackungen die Warnung, dass Rauchen t dlich sein kann Weil wir es dem Einzelnen nicht zutrauen, immer diejenige Entscheidung zu treffen, die die Allgemeinheit f r die richtige h lt F r eine Antwort auf die Frage Was soll ich tun ben tigt der Mensch Motivationshilfen Sie werden durch ein kompliziertes Regelwerk von Gesetzen und moralischen Vorgaben gesteuert, um den Einzelnen vor falschen Entscheidungen zu bewahren Diese Gefahr wird offensichtlich als gro eingestuft Anders als es eine vernunftgepr gte Ethik nahe legt, f gen sich selbst ethische Entscheidungen vollst ndig in ein System der konomie ein konomie ist hierbei als die Organisation unserer Lebensbed rfnisse zu verstehen Unser Gehirn versucht nach M glichkeit alles zu vereinfachen und schonend mit seinen Ressourcen umzugehen Dadurch ist es einer Denk konomie verpflichtet Die Autoren des Buches er rtern die Frage, wie sich unser Bild von konomie, Ethik, Moral und Entscheidung ver ndert, wenn wir die Ergebnisse der neueren Hirnforschung ernst nehmen....

Title : Kopf oder Bauch?: Zur Biologie der Entscheidung
Author :
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ISBN : 3525402317
ISBN13 : 978-3525402313
Format Type : Audio Book
Language : Englisch
Publisher : Vandenhoeck Auflage 1., Aufl 18 August 2010
Number of Pages : 160 Seiten
File Size : 770 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Kopf oder Bauch?: Zur Biologie der Entscheidung Reviews

  • Kritischer Leser
    2018-12-12 14:23

    Der Titel dieser Aufsatzsammlung "Kopf oder Bauch?" ist nicht besonders originell. Gibt man Kopf oder Bauch" in die Suchmaschine Google ein, dann erhält man 192.000 Treffer (Zugriff 27.8.2011). Die Beiträge im Buch stammen aus einem interdisziplinären Symposium vom 19. Oktober 2009 an der Universität Frankfurt. Das Thema scheint für Veranstaltungen etwas herzugeben. Es zeigt sich darin, dass die Daimler Benz Stiftung ihr 15. Berliner Kolloquium am 18. Mai 2011 ebenso genannt hat. Wie viele Publikationen, die aus Vortragsveranstaltungen entstanden sind, finden sich in den Beiträgen interessante und weniger interessante Texte, flüssig geschriebene und etwas umständlich formulierte.Schon im Vorwort findet man aufschlussreiche Anmerkungen. So wird der Begriff Ökonomie sehr allgemein definiert (S. 7) ...als die Organisation unserer Lebensbedürfnisse". Und etwas später wir erläuternd hinzugefügt (S. 8): Was ökonomisch ist, was dem Erhalt der individuellen Natur und der Gattung dienlich ist "..., das bildet die Grundelemente des menschlichen Handelns." Einige grundsätzliche Bemerkungen macht G. Roth in seinem Beitrag "Verstand oder Gefühl - wem sollen wir folgen?". Roth ist Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie. Er gliedert die Entscheidungen in fünf Haupttypen, wobei die reflektierte also rationale Entscheidung nicht im Mittelpunkt steht. Er unterscheidet zwischen Verstand/Intellekt (= Fähigkeit zur Problemlösung durch logisches Denken) und Vernunft (= Fähigkeit zur mittel- und langfristigen Handlungsplanung aufgrund übergeordneter Prinzipien). Seine Erkenntnis ist (S. 21): "Die Letztentscheidung wird immer emotional getroffen, und dies bestimmt die Motive unseres Handelns."Der dann folgende Beitrag von K.-J. Grün, Privatdozent für Philosophie, wird gläubigen Menschen weniger gefallen. Er setzt sich mit dem freien Willen auseinander und meint (S. 34): "Nirgendwo anders darf der Mensch in der aufgeklärten Welt noch seine ersehnte Gottähnlichkeit empfinden, wenn nicht in der Vorstellung vom Freien willen." Und über die Weltverbesserer, die unablässig über Ethik und Moral reden, fällt er das Urteil (S. 47), dass sie die Welt nicht besser machten, sondern nur ihr Gewissen reinigen würden.Für Personen in der Wirtschaft könnte der letzte Beitrag von H.-G. Machery interessant sein. Er entwirft ein Konzept, wie Unternehmen sich organisieren müssten, damit sie analog dem menschlichen Gehirn funktionierten. Dabei wird aber vielleicht vernachlässigt, dass trotz aller bedeutsamen Erkenntnisse der Neurologie bisher noch kein Detailkonzept des Denkens vorhanden ist. Ob daher die Vorschläge eine realistische Option sein können, müsste die Unternehmenspraxis zeigen. Fallstudien hierzu liegen meiner Kenntnis nach nicht vor. Seine Vorstellungen sind schon recht zukunftsorientiert, gehen aber leider über allgemeine Anregungen nicht hinaus. Sie klingen ein wenig nach Elfenbeinturm.Auch die anderen Beiträge sind durchaus interessant, man muss aber - je nach Interessenlage - nicht alle genau lesen. Manchmal leidet die Verständlichkeit durch professorale Formulierungen wie (S. 120): "Die bellizistische Instrumentalisierung "natürlicher" Xenophoie bis hin zur Entmenschlichung der jeweiligen Feinde findet in der Gegenwart vielfach Belege." Alle Artikel eignen sich auch sehr gut als Einführungen in die verschiedenen Themenbereiche. Hilfreich sind die gezielten Literaturangaben am Ende eines jeden Beitrages. Insgesamt ist das kleine Taschenbuch empfehlenswert, bietet es doch zu dem Thema verschiedene Sichtweisen und Anregungen.

  • Peter
    2018-11-26 14:15

    Dieses Taschenbuch ist eine klasse Zusammenfassung der Erkenntnisse neurobiologischer und philosophischer Art auf einem guten Nvieau auch für Nicht-Wissenschaftler. Bis auf den Aufsatz von Herrn Borner kann das Buch nur empfohlen werden. Der Aufsatz von Herrn Borner nervt durch die Möchtegernwissenschaftlichkeit seiner Darstellung.

  • Fuchs Werner T. Dr
    2018-11-23 19:13

    Die Diskussion, ob wir uns beim Entscheiden auf den Kopf oder den Bauch verlassen sollen, finden auf den verschiedensten Ebenen statt. Und da brauchbare Antworten zu wichtig sind, um sie nur auf griffige Schlagzeilen zu reduzieren oder allzu populärwissenschaftlich abzuhandeln, sind Bücher wie dieses wichtig. Denn die Herausgeber, zu denen auch der renommierte Bremer Neurowissenschaftler Gerhard Roth gehört, beleuchten das Problem von verschiedenen Seiten. Und die Autoren, die sie zur Mitarbeit gewinnen konnten, verfassten ihre Beiträge in einer Sprache, die auch Laien verständlich ist.Die menschliche Entscheidungsfindung unter biologischen Gesichtspunkten zu betrachten, drängt sich auch deshalb auf, weil der gesunde Menschenverstand nicht immer recht hat und automatisch die besten Antworten liefert. Warum dem so ist, wird auf den 156 Seiten ebenso beantwortet wie andere Fragen. In seinem Eröffnungskapitel zieht Gerhard Roth das Fazit, dass unsere Entscheidungen dann gut sind, wenn wir mit ihnen auch nach längerer Zeit noch zufrieden sind. Das mag banal klingen, deutet aber bereits darauf hin, dass Verstand und Intuition übereinstimmen sollten. Konkret ist die Empfehlung, spontane Entscheidungen zu vermeiden, wenn dies möglich ist. Und klar macht Gerhard Roth auch, dass es im Gehirn kein eindeutig lokalisierbares Entscheidungszentrum gibt, sondern viele Areale zusammenspielen müssen. Zudem rückt er auch nicht von seiner These ab, dass wir unser bewusstes Ich maßlos überschätzen, um unser Selbstwertgefühl nicht zu gefährden.Der Philosoph Klaus-Jürgen Grün betrachtet die untergeordnete Rolle der Vernunft beim Zustandekommen ethischer Entscheidungen. Marc Borner, ebenfalls zur Philosophenzunft gehörend, geht den Gefühlen im Kopf und den Gedanken im Bauch nach. Und Michel Friedman, Rechtsanwalt, Journalist und Publizist, beschäftigt sich mit der Abwehr neurobiologischer Forschungsergebnisse. Interessant ist auch der Beitrag des Wirtschaftsinformatikers Thomas Köhler, der mit Rückgriff auf Schopenhauer die Begriffe Wille und Vorstellung klärt. Ob die Ethik den Philosophen aus der Hand genommen werden soll, beantwortet Katharina Trabel, während der Volkswirtschaftler Karl Georg Zinn die Leser daran erinnert, wie unscharf der Begriff "Natur" ist. Zum Schluss versucht Heinz-Günter Macherey die schwierigen Fragen zu beantworten, ob das ökonomische Gehirn ein Vorbild für Unternehmen sein kann und welche Anforderungen an die Unternehmensebene gestellt werden müssen.Mein Fazit: Ein Reader zum Thema "Entscheidungsfindung", der verschiedene Aspekte beleuchtet, und interessante Einblicke in die Regelwerke gibt, die unser Gehirn beeinflussen. Egal, ob wir daran glauben, unser bewusstes "Ich" sei der Herr im eigenen Haus.