Read Jenseits des Selbst: Dialoge zwischen einem Hirnforscher und einem buddhistischen Mönch by Wolf Singer Online

jenseits-des-selbst-dialoge-zwischen-einem-hirnforscher-und-einem-buddhistischen-mnch

Ist das, was ich wahrnehme, die Wirklichkeit Welche Rolle spielt das Unterbewu tsein bei unseren Entscheidungen Ist Liebe steuerbar Und wie k nnen wir ein erf lltes, selbstbestimmtes Leben f hren, wenn unsere Entscheidungen in unseren Hirnstrukturen vorzeichnet sind In diesem Buch treten Wolf Singer, einer der weltweit f hrenden Hirnforscher und streitbarer Bezweifler der Willensfreiheit, und Matthieu Ricard Molekularbiologie, buddhistischer M nch und Bestsellerautor in einen Dialog ber Kernfragen unserer Existenz, ber Gl ck, Selbstkontrolle und die Macht von Gef hlen Singers westliche Neurowissenschaft und die Meditationstechniken des Buddhismus sind auf den ersten Blick zwei denkbar gegens tzliche Positionen Die Neugier und Offenheit der beiden Gespr chspartner f r die Perspektive des anderen bewirken jedoch, da unerwartete Verbindungen offenbar werden Damit setzen Singer und Ricard das Erfolgsrezept ihres Dialog Bestsellers Hirnforschung und Meditation fort In diesem neuen Buch reflektieren sie wissenschaftlich fundiert und auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrungen dar ber, wie wir leben k nnen, um gute und gl ckliche Menschen zu werden....

Title : Jenseits des Selbst: Dialoge zwischen einem Hirnforscher und einem buddhistischen Mönch
Author :
Rating :
ISBN : 9783518425718
ISBN13 : 978-3518425718
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 2 6 M rz 2017
Number of Pages : 472 Pages
File Size : 780 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Jenseits des Selbst: Dialoge zwischen einem Hirnforscher und einem buddhistischen Mönch Reviews

  • Bernhard Klaus
    2018-10-22 04:47

    Allein schon als Beispiel für die Möglichkeit des kultivierten Dialoges trotz gegensätzlicher Ansichten empfielt sich dieses Buch. Für Interessierte an Fragen zum Wesen des Bewusstseins aus westlich-wissenschaftlicher und östlich-introspektiver Sicht bietet der vorliegende Dialog ein breites Feld an erhellenden und weiterführenden Informationen. Für mich war bisher noch jedes Buch in der Reihe von Dialogen mit Mathieu Ricard eine erbauliche Auseinandersetzung. Hier fand ich vor allem gegen Ende hin die sich zuspitzende und auf das Wesentliche sich reduzierende Positionierung zur Analyse von Geist und Bewusstsein geradezu phänomenal.

  • Walter Bloch, Langendorf
    2018-10-23 06:54

    Obwohl Singer und Ricard sehr verschiedene Positionen vertreten und im Laufe ihrer acht Jahre dauernden Diskussionen auch beibehalten, werden sie doch nie polemisch, achten sie immer die Haltung des anderen. Singer ist als Neurowissenschaftler deterministischer Materialist, Ricard ein buddhistischer Mönch, der an Reinkarnation glaubt. Ihre Positionen könnten kaum weiter auseinander liegen. Dennoch schaffen sie es, miteinander sehr aufschlussreiche und interessante Gespräche zu führen und die Argumente des anderen zwar zu kritisieren, aber immer ernstzunehmen und zu achten und die Möglichkeit nie völlig auszuschliessen, dass der Gesprächsparter recht haben könnte.Man lernt in diesem Buch viel darüber, was buddhistische Meditation ist, worauf es dabei ankommt und was ihr Ziel ist. Dazu gehören etwa folgende Aussagen: Das reine Gewahrsein ist eine Basiseigenschaft des Geistes, die immer da ist; Gedanken entfalten sich darin. Hinter den Gedanken liegt stets ein reines Bewusstsein, das nicht von Inhalten getrübt ist. Gedanken sind Manifestationen des reinen Bewusstseins, wie die Wellen, die sich aus dem Meer erheben. Normalerweise sind wir so sehr mit unserern Gedanken beschäftigt, dass wir das reine Gewahrsein nicht bemerken. – Wenn man sich nicht mit der Wut, die einen erfasst, identifiziert, sondern sie einfach meditativ beobachtet, verlöscht sie bald. Man soll Wut nicht unterdrücken, sonst tickt sie als Zeitbombe weiter. Sie durch aufmerksame und liebevolle Betrachtung aufzulösen ist etwas ganz anderes (S. 17-19).Singer vermutet, dass die Geistesruhe der Mönche nur an geschütztem Ort, hinter Klostermauern, erreichbar ist. Wer im Leben steht, dem steht dieser Weg zum Glück nicht offen. Ricard entgegnet: Meditierende sind nicht egoistisch. Im Gegenteil, sie entwickeln tiefen Altruismus und werden irgendwann dazu übergehen, ihn zu leben, anderen zu helfen. Er sagt, er habe viel mit Wohltätigkeitsorganisationen zu tun gehabt und dort viel Korruption, Egozentrik, Empathiemangel, Entmutigung angetroffen. Es könne also nur von Nutzen sein, eine längere Ausbildungszeit auf die Entwicklung menschlicher Qualitäten zu verwenden. Erst danach sollte man sich dem Dienst am Nächsten zuwenden. Dieser zweiter Schritt muss aber folgen (S. 96).Das Buch ist sehr reich an Gedanken; die wenigen erwähnten Beispiele können nur zeigen, über welche Arten von Problemen die beiden Verfasser miteinander sprechen. Wichtige weitere Themen sind: Unbewusste Prozesse und Emotionen / Woher wissen wir, was wir wissen, und welche Realität nehmen wir wahr? / Gibt es ein Selbst? / Gibt es freien Willen? Wenn nicht, kann es dann trotzdem Verantwortung geben? / Das Wesen des Bewusstseins.

  • Fuchs Werner T. Dr
    2018-11-10 11:40

    In der „edition unseld“ erschien 2008 ein rotes Taschenbuch mit 134 Seiten, das für Furore sorgte und noch immer Abnehmer findet. Sein Titel: „Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog.“ Und weil Wolf Singer und Marc Ricard ihre Gespräche fortgesetzt haben, erscheint nun ein Buch mit 350 Seiten, das auch eine überarbeitete Fassung des Dialoges vor bald zehn Jahren enthält.Aufregend und spannend sind diese Gespräche, weil Wolf Singer Neurowissenschaftler ist und der buddhistische Mönch Marc Ricard früher Molekularbiologe war. Denn damit sprechen zwei Menschen miteinander, die eine gemeinsame Basis haben und trotzdem verschiedene Welten repräsentieren. Zudem spürt man ihren Dialogen an, dass die beiden einander mit großem Respekt begegnen. Und das ist in der heutigen Zeit schon beinahe eine Seltenheit.Nach der überarbeiteten Fassung von „Hirnforschung und Meditation“ folgen weitere fünf Kapitel, deren Überschriften folgendermaßen lauten: Unbewusst Prozesse und Emotionen – Woher wir wissen, was wir wissen, und welche Realität nehmen wir wahr? – Das Selbst erforschen – Freier Wille, Verantwortung und Gerechtigkeit – Das Wesen des Bewusstseins.Es liegt in der Natur dieser medialen Form, dass sich inhaltliche Überschneidungen und Wiederholungen nicht ganz vermeiden lassen. Aber sie halten sich so in Grenzen, dass ich sie eher als nützliche Klärungen oder Erinnerungsverstärker empfand. Zudem gehe ich davon aus, dass sich die wenigsten Leser dazu verpflichtet fühlen, ein solches Buch in einer Nacht durchzuarbeiten und gleich alles verstehen zu müssen.Sieht man die 350 Seiten als Einladung, gelegentlich an interessanten Gesprächen teilhaben zu dürfen, haben Wolf Singer und Marc Ricard schon viel erreicht. Denn es wäre bestimmt im Sinne der Autoren, wenn die Lektüre zu Zwischenrufen reizen würde. Oder zu Denkpausen, indem man die Runde für eine gewisse Zeit verlässt.Mein eigenes Vorwissen erlaubte mir, gewisse Passagen zu überspringen und mich auf Auseinandersetzungen zu konzentrieren, die auch in der Öffentlichkeit auf großen Widerhall stoßen. Daher interessierte mich vor allem, was Wolf Singer im fünften Kapitel zum Thema „Freier Wille“ meint. Denn die Medien reagierten damals ziemlich polemisch auf Wolf Singers Meinung zur Schuldfähigkeit psychisch kranker Menschen.Wolf Singer bleibt bei seiner Aussage, dass alle mentalen Phänomene die Folge neuronaler Prozesse und nicht deren Ursache sind. Und nur schon wie er dies im Gespräch mit Marc Ricard begründet, lohnt die Lektüre dieses Buches. Aber selbstredend sind auch die anderen Kapitel interessant.Mein Fazit: Was zwischen zwei Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen möglich ist, wenn sie einander mit Neugier und Offenheit begegnen, zeigt dieses Buch. Und weil es nicht um Rechthaberei geht und keine unumstößlichen Wahrheiten präsentiert werden, bleibt für den Leser genügend Raum, sich seine eigene Meinung zu bilden. Tolle Fortsetzung eines Dialoges, der vor bald zehn Jahre geführt wurde und viele Leser begeisterte.

  • Dr. Walter Schaupp
    2018-11-18 04:59

    Auseinandersetzung zwischen westlichem Denken und buddhistischer Weltsicht auf sehr hohem Niveau; teilweise sehr dicht, Passagen teilweise etwas langatmig in den Ausführungen.