Read Unter Soldatinnen: Ein Frontbericht by Jasna Zajcek Online

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Was bewegt die Frauen, die Deutschland in der Welt verteidigen Jasna Zaj ek hat sie befragt eine aufr ttelnde Reportage ber die Bundeswehr und die Frauen, die sich dem traditionellsten aller M nnerberufe verschrieben haben Deutsche Soldatinnen sind im Einsatz in Afghanistan Sie k mpfen gegen Terroristen am Horn von Afrika, jagen Piraten vor der K ste Somalias Die Bundeswehr ist nicht l nger ein rein m nnliches Terrain Rund 14 000 Frauen verbringen ihr Leben an der Waffe Was ist ihre Motivation, was sind ihre Tr ume und Erwartungen Die Journalistin Jasna Zaj ek hat ein Jahr lang Soldatinnen w hrend ihrer Ausbildung begleitet sie ging mit ihnen an Bord einer Fregatte und war vor Ort in Dschibuti Zaj eks eindringlicher Bericht beschreibt nicht nur die weibliche Sicht auf die Front, sondern stellt zugleich die brennende Frage unserer Zeit Wie wird die Bundeswehr aktuell und k nftig ihrer Rolle in der Welt gerecht...

Title : Unter Soldatinnen: Ein Frontbericht
Author :
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ISBN : 3492053696
ISBN13 : 978-3492053693
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Piper Auflage 1 1 M rz 2010
Number of Pages : 196 Pages
File Size : 762 KB
Status : Available For Download
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Unter Soldatinnen: Ein Frontbericht Reviews

  • Franziska
    2019-02-10 13:04

    Als ich den Titel "Unter Soldatinnen" las, war ich begeistert, da ich dachte, ein Buch gefunden zu haben, was mir persönlich weiterhilft, da auch ich Soldatin bin. Ich hatte gehofft, Gedanken und Einstellungen anderer Frauen kennenzulernen. Muss aber leider sagen, dass ich nichts Neues gelesen habe, wasw ich nicht selbst schon wusste. Was die Autorin in Erfahrung bringt, hat nicht sonderlich viel Tiefgang. Es sind die typischen Aussagen, die man als Frau bei der Bundeswehr trifft. Außerdem hätte ich mich gefreut, wenn sie auch mit Frauen aus kämpfenden Truppen gesprochen hätte.Beeindruckend finde ich, dass Jasna Zajcek extra eine Allgemeine Grundausbildung bei der Marine mitmacht, um zu sehen "wie es ist" als Frau bei der Bundeswehr und, dass sie in die Einsatzländer der Bundeswehr reist um sich Eindrücke zu verschaffen und Gespräche zu führen. Sie berichtet unverblümt und dennoch politisch korrekt wie sie alles wahrnimmt. Man bekommt einen sehr guten Eindruck. Leider besteht das Buch zu größten Teilen eher daraus. Wer also auf der Suche nach einem Buch ist, was die weibliche Seite des Soldatendaseins schildert, findet hier gute Ansätze, aber wahrlich nicht alles, was zu sagen ist.

  • Janine
    2019-02-02 13:58

    Zajcek berichtet in dem Buch über ihre einmonat andauernde Grundausbildung in der Marine. Ferner redet sie mit SoldatenInnen, die in den laufenden Auslandseinsetzen stationiert sind.So bekommt man einen ersten Einblick in das Leben während der Grundausbildung als Offiziersanwärter und das Leben als Offizier.Das Buch lässt sich außerdem super lesen, es ist wie ein lässiges Gespräch, dem man lauscht. Wenn man gut zuhört, dann findet man auch Kritik, die man sich zu Herzen nehmen sollte.Ich kann das Buch also nur empfehlen.

  • Carl-heinrich Bock
    2019-02-19 17:04

    Die abwechselnd in Berlin und Beirut lebende Journalistin Jasna Zajcek ist nicht nur mit den Sprachen und Kulturen beider Standorte gut vertraut, sondern sie hat die unterschiedlichsten militärischen Erfahrungen gesammelt und hat mit einer "Undercover-Reportage" aus einem amerikanischen Trainingslager in Bayern, in dem sich die Truppe auf den Einsatz in Afghanistan vorbereitete, den CNN Journalist Award 2005 gewonnen. Jetzt ist sie für ihr neues Buch "Unter Soldatinnen" bei der allgemeinen Grundausbildung der Marine Offiziersanwärter dabei gewesen, hat Soldatinnen ein Jahr während deren Ausbildungszeit begleitet, um einerseits mehr über dass Leben, die Motive, die Träume und Erwartungen von Soldatinnen in der Bundeswehr zu erfahren, andererseits um zu sondieren welche Rolle die 14 000 Frauen mit ihrem Leben an der Waffe als Teil der Bundeswehr künftig weltweit zu erfüllen haben?Die Autorin hat die ersten drei Wochen in der Kaserne verbracht, in der Kaderschmiede, der Offiziersanwärterschule Mürwik, und bei der Grundausbildung eine ganz andere Welt kennengelernt als die aus der sie kam, nämlich stramm stehen, Befehle empfangen, Wache schieben, harter Drill. Die Motivation der wesentlich jüngeren Rekruten hat sie täglich beeindruckt und so nehmen die hier gesammelten Eindrücke einen breiten Raum ein. An Wochenenden hat sie erfahren müssen was Einsamkeit und Heimweh bedeuten. Wenn sie dann schließlich auf Heimaturlaub war hat sie sehr viel Zeit gebraucht, um sich in der Zivilwelt wieder zu regenerieren.Jasna Zajcek hat den Crewwechsel auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" kennengelernt, ging mit den Soldatinnen an Bord der Fregatte "Brandenburg" und war vor Ort in Dschibuti. Sie beschreibt sehr eindrucksvoll die weibliche Sicht auf die Front und reflektiert ob eine Gleichberechtigung zwischen männlichen Soldaten und weiblichen Soldatinnen herstellbar ist oder ob man als feministisch inspirierter Mensch nur diese Idee hat, die vielleicht eigentlich in der Realität nicht funktionieren kann? Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es bis auf wenige Laufbahnen tatsächlich funktioniert, sonst wäre es auch unverantwortlich das 200 deutsche Soldatinnen der Bundeswehr in Afghanistan stationiert sind und am Horn von Afrika oder vor der Küste von Somalia zum Einsatz kommen.Ihr Umgang mit den Soldaten der Bundeswehr war problemlos, Schwierigkeiten hat ihr der Umgang mit teilweise übereifrigen Presseoffizieren bereitet. Der Versuch Soldaten am Hindukusch zu besuchen wurde ihr verwehrt, weil die Bundeswehr scheinbar nicht gern Journalisten vor Ort hat. Über den schwierigsten und größten Einsatzort der Bundeswehr, Afghanistan, findet man deshalb in dem Buch wenig aussagekräftiges.Jasna Zajcek hat sich in ihrer einjährigen Recherche intensiv mit der Bundeswehr beschäftigt und beherrscht die militärischen Fachbegriffe so als wäre sie seit Jahrzehnten bei der Truppe und so ist es kein Wunder, dass sie in diesem Buch die erlebten Geschichten bildhaft und eindrucksvoll vermittelt. Ein beeindruckendes Buch.

  • Huxley
    2019-02-06 10:03

    Persönliche Vorurteile gegen Soldaten sollen hier mal außer Betracht gelassen werden. Warum aber melden sich Frauen, oft erst 18, 19 Jahre alt, zum Dienst an der Waffe? Gespannt begann ich "Unter Soldatinnen" zu lesen.Jasna Zajcek ist eine erfahrene Journalistin, die aus vielen Krisengebieten der Welt berichtete. Ihre Recherche für dieses Buch beginnt sie in der Marineschule Mürwick, wo sie einen Monat lang an der harten und Grundausbildung teilnimmt. "Am eigenen Leib" wollte sie wissen, wie sich Drill - Gehirnwäsche? - anfühlt. Sie porträtiert dort junge Frauen, die das finanzierte Studium und eine Offizierslaufbahn lockte. Die eine sehnt sich nach Seefahrerabenteuern, einschließlich Piratenjagen vor Somalia, die andere möchte später wissenschaftlich arbeiten, die dritte gibt auf, weil sie sich das alles nicht so anstrengend vorgestellt hat. Die Autorin führt Tagebuch, schildert minutiös den harten Drill. Die Frauen werden nicht geschont, bekommen keine "Extrawürste". Gehorsam und Disziplin werden gefordert und widerspruchslos akzeptiert.Im Bewußtsein des RisikosWeitere Recherchestationen sind die Azoren auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock", ein patroullierendes Kriegsschiff vor der Küste Libanons, der Kosovo, Bosnien, Karthum im Sudan und das ostafrikanische Dschibuti. Die Truppen in Afghanistan durfte Jasna Zajcek nicht besuchen. Wohl wegen der Kundus-Affäre wollte man dort keine Extra-Presse haben. Offensichtlich war es nicht immer einfach, Soldatinnen im freien Gespräch zu erleben. Im Gegen satz zu anderen Bundeswehr-affinen Journalisten ließ sie sich nicht zensieren und traf auch verdeckt auf Gesprächspartner. Für die offiziellen Termine waren viele bürokratische Hürden zu nehmen, und der allgegenwärtige Presseoffizier immer in der Nähe. Trotzdem gelangen der Autorin einige beeindruckende Portraits von Soldatinnen, in der Mehrzahl Offiziere oder Offiziersanwärterinnen. "Frauen, die ihren Mann stehen", flapsig gesagt, oder wie es eine von ihnen selber sagte: "So Tussi-Mädchen können wir hier nicht gebrauchen". Beschreibt Jasna Zajcek ihre Gesprächspartnerinnen, benutzt sie mehrfach Attribute wie "groß und stämmig mit praktischer Kurzhaarfrisur". Walküren, könnte man meinen. So ist es aber nicht. Einige reden freimütig über ihre Gefühle, über Heimweh und Trennungsschmerz. Alle haben sich für mehrere Jahre verpflichtet, viele streben einen Stand als Berufssoldatin an, einen krisensicheren Job. Sicher? Nur einmal erwähnt die Autorin, daß die Frauen in vollem Bewußtsein, getötet werden zu können oder selbst töten zu müssen, den Dienst an der Waffe verbringen.Da Zajcek nicht selber nach Afghanistan durfte, sprach sie mit Männern und Frauen aus ihrem persönlichen Umfeld, die dort stationiert waren. Hier wird deutlich, was es für die Soldaten bedeutet, Deutschland am Hindukusch zu verteidigen: Von Angst ist die Rede, von Schlaflosigkeit, Nervosität und Traumata über abgerissenen Gliedmaßen, übermäßigem Alkoholgenuß, Übergewicht durch Nichtstun und über den Tod wird geredet.Ein Fazit: Jasna Zajcek hat selbstbewußte, ehrgeizige und meist junge Frauen getroffen, die von den unterschiedlichsten Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten der Bundeswehr angezogen wurden. Ein Schuß Abenteuerlust ist allen gemein. Vom Sinn ihrer Einsätze in den Krisengebieten der Welt zeigen sie sich überzeugt. Gleichberechtigung scheint kein Thema zu sein, sie ist selbstverständlich."Bin ich wirklich bereit, für 'Volk und Vaterland' zu töten und zu sterben?"-"was sind die wahren Motive?", diese Fragen wurden nur angerissen. Trotzdem war dieses Buch für mich faszinierend, weil noch einmal deutlich wurde, wo "wir Deutschen" überall in der Welt unter Waffen stehen und was wir dort eigentlich wirklich machen. Spannend und erhellend wurde es immer dann, wenn die Autorin dezidiert das Lagerleben der unter Ausschluß der Landbevölkerung lebenden Soldaten schilderte.Das ist nicht wirklich ein Buch über Soldatinnen, vielmehr eins über die Bundeswehr und ihrem Agieren unter Nato- oder UN-Flagge in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Ein aufschlußreiches Buch, das sowohl Kritiker wie Befürworter der Auslandseinsätze bedient. Es sei jedem politisch interessierten Menschen empfohlen, denn es scheint mir das erste ehrliche Buch zu dem Thema zu sein, da sich die Autorin nicht von der Bundeswehr zensieren lassen hat und auch "die Wahrheiten, die die Bundeswehr nicht gerne selber über sich liest" temporeich und unterhaltsam aufgeschrieben hat. Ein Standardwerk für jeden, der die Bundeswehr verstehen will und besonders empfehlenswert für junge Menschen, die über eine Karriere an der Waffe nachdenken.