Read Geistbestimmtes Leben: Spiritualität (Studiengang Theologie, Band 11) by Simon Peng-Keller Online

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Dieser Band l sst sich ein auf die Quellen und Grundgestalten christlicher Spiritualit t Im Zentrum steht dabei die Erfahrung, dass sich Gottes Geist auf berraschende Weise vergegenw rtigt und menschliches Leben heilsam bestimmt An exemplarischen Lebensbildern von der Bibel bis in die heutige Zeit erkundet das Buch auf anschauliche Weise im ersten Teil die verschiedenen Dimensionen dieser Erfahrung Der zweite Teil widmet sich spirituellen Lebensformen und der realen Spannung zwischen spiritueller Gottunmittelbarkeit, kirchlicher Verortung und weltlichem Auftrag Im dritten Teil kommen spirituelle Grundvollz ge zur Sprache geistliche Lesung, Meditation, Gebet und Kontemplation Die Reflexion auf das klassische Modell des dreifachen Weges sch rft den Blick f r die lebensgeschichtliche Dimension spiritueller Praxis....

Title : Geistbestimmtes Leben: Spiritualität (Studiengang Theologie, Band 11)
Author :
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ISBN : 3290200809
ISBN13 : 978-3290200800
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Theologischer Verlag Z rich AG Auflage 1 27 April 2012
Number of Pages : 253 Seiten
File Size : 960 KB
Status : Available For Download
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Geistbestimmtes Leben: Spiritualität (Studiengang Theologie, Band 11) Reviews

  • Benedicta
    2019-01-26 14:21

    Simon Peng-Kellers Buch eignet sich gut für Nicht-Theologen, die an theologischen Hintergründen christlicher Spiritualität interessiert sind. Der Verfasser hat es für einen berufsbegleitenden Studiengang Theologie geschrieben. Er ist auf dem Gebiet christlicher Spiritualität bereits durch sein theoretisch komplexeres Werk „“ (2010) ausgewiesen.Das jetzige Buch kann auch von Theologen mit Gewinn gelesen werden, weil es nicht in einer verobjektivierenden Distanz verharrt, sondern die kontemplativen Erfahrungen des Verfassers einfließen lässt. Peng-Keller wählt aus seiner reichen Kenntnis der kontemplativen Tradition gelungene Beispiele zur thematischen Vertiefung aus. Er ist davon überzeugt, dass das Wüstenmönchtum des 4. Jahrhunderts noch immer orientierende Kraft besitzt. Ebenso hält er an dem mystischen Dreischritt von Läuterung, Erleuchtung und Einswerden fest (S. 204ff).Das Buch beginnt mit dem Kapitel „Geistesgegenwart“. Die weiteren Kapitel widmen sich den Themen „Christwerden“, „Primat der Gnade“, „Geistbestimmtes Leben als neue Lebensform“, „Spirituelle Lebensräume“, „Formen des Betens“ (u.a. über Jesusgebet und Rosenkranz) sowie den mystischen Stufen als „Verwandlungsweg“.Der Verfasser geht auf heutige Verstehensprobleme ein, bleibt jedoch nicht in ihnen stecken. Im Unterschied zu einer reduzierenden Aufgeklärtheit bringt er die kritische Kraft der Tradition ins Gespräch. Dies wird bereits eingangs darin deutlich, dass er den „Heiligen Geist“ nicht auf eine innerweltliche Größe zurückführt. „Dass eine eingegrenzte, allein auf physikalische Wirkzusammenhänge gerichtete Beobachterperspektive solche Präsenzweisen nicht zu Gesicht bekommt, ist kein Argument gegen den Glauben an Gottes Gegenwärtigkeit, sondern hat mit der methodischen Beschränkung der naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise zu tun.“ (S. 24)Noch klarer wird Peng-Kellers Verwurzelung in der Tradition, indem er an der „Unterscheidung der Geister“ und an einer Realität von Dämonen festhält (S. 27ff und 17f). „Ich übernehme die Metapher 'Abergeister' von Fridolin Stier, der sie in seiner Übersetzung des Neuen Testaments für daimon braucht (z.B. in Mk 1,34). Die Wirklichkeit, die damit benannt wird, ist theologisch als spirituelles Grenzphänomen zu verstehen, das weder moralisch noch psychologisch zu reduzieren ist, auch wenn es mit beidem zu tun hat.“ (S. 18) Peng-Keller beschreibt das Wirken der Dämonen ähnlich wie die Wüstenväter: „'Abergeister' manifestieren sich in negativen Gedanken, die von außen geweckt und von innen genährt werden und die mich daran hindern, mich auf Gottes Wirklichkeit einzulassen.“ (S. 18)Der Autor versteht christliche Spiritualität nicht als ein Anhäufen von Gedankengut, sondern als eine Lebensform. Wer als Christ „spirituell“ ist, kehrt sein Leben um („Umkehr“), hält „Einkehr“ und lebt in der „Nachfolge“ (S. 39ff). „Um das ganze Leben durchdringen zu können, bedarf die Umkehr einer Ergänzung durch die Einkehr und einer Verleiblichung der Nachfolge. Einkehr heisst hier, uns im Licht dessen, was sich uns eröffnet hat, um achtsame Selbstwahrnehmung und tiefere Selbsterkenntnis zu bemühen.“ (39) Nachfolge lässt sich nicht auf „Selbstverwirklichung“ reduzieren (S. 48), sondern kann unsere Vorstellungen davon durchkreuzen. Peng-Keller hält an den evangelischen Räten (Gehorsam, Armut, Keuschheit) in heutiger Form fest (S. 77ff). Die Volkskirche hat die Nachfolge nivelliert (S. 45). Radikale Lebenswenden wie bei Augustinus (S. 40), Paul Claudel (S. 37f), Edith Stein (S. 40-45) machen das Eigentümliche der Nachfolge deutlich.Im Unterschied zum volkskirchlich banalisierten und für viele Menschen langweilig gewordenen Christentum beschreibt Peng-Keller ein Christentum mit einem mystischen Erfahrungsweg. Im Kapitel 6.3 „Kontemplation und mystische Erfahrung“ (S. 182ff) greift er dazu auf die klassische Wiedergabe der kontemplativen Erfahrung durch Guigo II. (+ 1193) zurück und vermeidet dadurch Verkürzungen: Guigo: „Contemplatio ist gewissermaßen eine Erhebung des Geistes über sich hinaus in Gott hinein, wobei die Freuden der ewigen Wonne verkostet werden.“ (S. 136, 188) Peng-Keller hält an der gesamten Bandbreite mystischer Phänomene fest. Er verdeutlicht sie unter anderem an Heinrich Seuses Entrückungserlebnis, das dieser mit 18 Jahren hatte (S. 190f), an Jaques Lusseyrans Erlebnis in Todesnähe (S. 192-194) und an der Vision des Hl. Benedikt kurz vor dessen Tod (S. 193).Zum Arbeiten mit dem Buch wäre ein Namensverzeichnis hilfreich gewesen.